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23.11.2015

 

 Netzwerk‘ (NR)
  eine besondere Hosta

 

Anlässlich einer Gartenbesichtigung im Juni 2009 konnten wir eine außergewöhnliche Hosta bewundern. Es war die Hosta mit dem bezeichnenden Namen ‘Netzwerk‘, die wir mit ihrer ausgefallenen Zeichnung noch nicht kannten. Zu erwerben war leider keine Pflanze. So mussten wir bis 2013 warten, bis uns ein befreundeter Gartenbesitzer den so lang ersehnten Ableger zukommen ließ. Dieser Neuzugang in unserer Hostasammlung entwickelte sich recht prächtig und blühte schon in 2014.

Der Gärtnermeister Johannes Scholz aus Bielefeld (www.pyrenaeen-botanik.de) hat diese Sorte aus einer Nachzucht von Hosta ’Invincible‘ aus einer Menge von Sämlingen ausgelesen und vermehrt. Der Pollenspender für diese Kreuzung ist nicht bekannt. H.‘Netzwerk‘ zeigt sich wie die Mutterpflanze mit fleischigem Blattwerk, mit ca. ¾ an Höhe und auch Blattgrößen nicht ganz so groß. Die Blattstängel sind hellgrün. Der Blütenstand ist gleich der der Ausgangssorte, ebenso die Anzahl und Anordnung der Blüten, die Sorte blüht im Farbton von zartem Violettrosa zur gleichen Zeit wie H.‘Invincible‘. H.‘Invincible Spirit‘ blüht in lila und auch der Blattstiel ist rot gefärbt.

Was ist nun das Besondere an dieser Hosta?

Bekommt H.‘Netzwerk‘ auf die ausgewachsenen Blätter Sonne, so verlieren die Blattadern die dunkelgrüne Farbe und wechseln in ein helles Grünweiß, die Adern bilden sich dabei als grüner Strich deutlich ab. Zusätzlich treten zwischen den Blattadern unregelmäßige Zeichnungen in mittelgrüner Farbe auf, die wie das Erscheinungsbild einer Viruserkrankung sehr auffällig sind. Je mehr die Pflanze an Sonneneinstrahlung erhält desto stärker breitet sich dieser Effekt auf dem Blatt aus. Bei zu großer Sonnen-„Belastung“ kann das Blattgrün bis zum Weiß reduziert werden. An jungen Blättern, die sich erst entfalten, fehlt dieses Blattmuster völlig; sie sehen aus wie normale H.‘Invincible‘. Die meisten Muster finden sich auf den an der Blattachsel außen stehenden, also ältesten Blätter.

Ist eine Viruserkrankung vorliegend?

Bill Meyer, Woodbury, Connecticut, hat  in seiner Abhandlung “Ruft ein Virus die Weiße-Adern-Ausbildung hervor?” (Does a Virus Cause White Veins? http://www.hostalibrary.org/articles/Veins.htm) die bis dahin bekannten 6 Hosta-Sorten beschrieben, die ein ähnliches Aussehen aufweisen. Seit 1997 gibt es diese Weiße-Adern-Erscheinung, für die es aber noch keine Erklärung gibt. Eine der untersuchten Pflanzen war vom HVX-Virus infiziert. Wir wollten nun wissen, ob unsere Pflanze befallen oder virusfrei ist.

Im Juli 2015 haben wir bei Professor Ben E. Lockhart vom Department of Plant Pathology University of Minnesota, St. Paul, MN, (USA) angefragt, ob er unsere H.‘Netzwerk‘ auf einen eventuellen Virusbefall untersuchen würde und was es denn kosten solle. Professor Lockhart hat diese Untersuchung gern ausgeführt und - sie hat nichts gekostet. Das Ergebnis lag in kürzester Zeit vor. Für uns erleichternd führte Prof. Lockhart aus, dass es weder im grünen „normalen“ noch im weißgeäderten Blatt Hinweise auf eine bekannte oder sonstige Viruserkrankung gibt.

Die Sorte ist uns von mehreren Standorten bekannt. Vermehrt wurden die Pflanzen durch händische Teilung. Inwieweit die Ausbildung der Blattstrukturen bei einer TC-Vermehrung erhalten bleibt, ist daher unbekannt. Ebenso stellt sich die Frage, ob und inwieweit die außergewöhnliche Veränderung, die der Pflanze den Namen gibt, durch Kreuzung mit anderen Sorten aufrechterhalten bleibt oder erlischt. Die Hosta ‘Netzwerk‘ wird ab 2015 in unser Zuchtprogramm aufgenommen. Erst die Nachzucht wird zeigen, ob die Blattveränderungen durch Sonneneinstrahlung auch genetisch vererbbar sind. In 2015 konnte noch keine Saat erzielt werden.

 

 

   

 

   

 

Hosta 'Netzwerk' als Großaufnahme

 

dto., Einzelblatt

 

links H.'Netzwerk', als Vergleich dazu H.'invincible' rechts

 

1.11.2015

Darstellung der Blüte der unfruchtbaren Hosta 'Purple Lady Fingers'

 

 

Die Hosta 'Purple Lady Fingers' gehört zur kleinen Gruppe der Hostasorten, deren Blüten sich während der Blühphase der Pflanze nicht öffnen (Bilder 1 + 8), daher dem Vernehmen nach nicht bestäubt werden können und folglich auch keine Saat bilden.

An unserer Pflanze konnten wir beobachten, dass es kleine Öffnungen zwischen den Blütenblättern gab. Neugierig geworden, wurde eine Blüte mittig aufgeschnitten, das Ergebnis erstaunt:
in Bild 3 sind keine Staubfäden zu sehen, nur der Griffel mit Narbe. Wenn es also Insekten gäbe, die hier Pollen ablegten, könnte vielleicht doch eine Befruchtung stattfinden. Mangels Insekten haben wir Pollen aufgetragen und so ganz langsam begannen sich Saatkapseln auszubilden
(Bilder 2, 4 + 5). Ab der Zeit von Bild 6 kamen Zweifel auf und dann zeigt Bild 7, das es mit der Erzielung einer Nachkommenschaft (leider) nicht geklappt hat.

 

25.06.2015 

Hosta teilen und dann einpflanzen

Der Frühling ist die einfachste Zeit, um Pflanzen zu teilen, da die neuen Triebe nur ein paar Zentimeter hoch sind, und die Blätter sind noch klein. Achten Sie darauf, nur die schnell wachsenden Hostas im Frühjahr zu teilen. Übertreiben Sie das Teilen nicht, also nicht zu viele Triebe von einer Pflanze abnehmen. Teilen Sie keine sieboldiana-Sorten oder Tokudama-Sorten im Frühjahr.

Neue Wurzeln wachsen nicht, bis das Laub vollständig ausgebaut und abgehärtet ist. Während dieser Zeit können die Blätter schnell an warmen Tagen austrocknen, da die Wurzeln in der Größe reduziert oder während der Teilung verletzt wurden. Die Töpfe mit geteilten kleinen Pflanzen sollten nicht in der prallen Sonne stehen. An einem heißen Tag kann es zu Blattverbrennungen führen, aber nicht zu dauerhaften Schäden. Die Pflanzen treiben wieder durch.

Obwohl die Teilung im Frühling am einfachsten ist, sollte die Sommer-Teilung bevorzugt und bis Ende August durchgeführt werden, spätestens 30 Tage vor dem ersten Frost im Herbst. Warme Böden und höhere Luftfeuchtigkeit zu dieser Zeit fördern besseres Wurzelwachstum und die Pflanzen können auf einen kleinen Wachstumsschub in dieser Zeit setzen. Es lohnt immer, die geteilten Pflanzen dann auf verfaulte oder abgestorbenen Wurzeln zu untersuchen und diese schadhaften Teile mit einem scharfen Messer abzutrennen. 

Wenn Sie die Hosta einpflanzen wollen, bereiten Sie  vor: zu lange Wurzeln (von 20cm ca. 5 cm kürzen, am besten durch Abreißen mit den Fingern!), an der Pflanzstelle eine gerade Oberfläche mit ca. 30 cm Durchmesser herstellen, in die Mitte setzen Sie einen nicht zu festen Erdball, den Sie mit beiden Händen formen, dann darauf die Hosta, die Wurzeln schön nach außen wie Haare ausbreiten und das Ganze dann mit Erde auffüllen. Die Hosta hat dann guten Erdkontakt und die Wurzeln werden an den Verletzungsstellen neue Wurzeln bilden.

Halten Sie neu geteilte Pflanzen in den ersten zwei Wochen gut gewässert, vor allem, wenn es eine Zeitlang nicht regnet. Ein paar Blätter einer größeren Pflanze können abgeschnitten werden, um den Wasserverlust der Pflanze insgesamt zu verringern.

 

31.01.2015

Meristemvermehrung oder TC – was ist das?
 – ergänzende Information aus der Hosta-Welt

Die Amerikaner und der englischsprachige Raum sagen TC = gleichbedeutend mit „Tissue culture“, wenn sie von der industriellen Vermehrung von Hosta sprechen.

Bei der Vermehrung von Hosta wird von einer Pflanze im super sterilen Labor ein Zellklumpen erzeugt, dessen Teile man dann beliebig oft teilt, diese auf ein Gel setzt und zum Wurzelwachstum unter optimalen Temperatur-, Feuchte- und Nährlösungsverhältnissen anregt. Sind kleine Würzelchen da, werden die Pflanzen die Erde gebracht, und zwar schnöde wie Saatkörner ausgesät. Dies geschieht rein maschinell, die Maschinen werden GPS-gesteuert, damit die Reihen und die Sorten und die Anzahl der ausgebrachten Pflänzchen bekannt sind. Nach ca. 2 bis 3 Jahren fährt eine „Hosta-Ernte-Maschine“ entsprechend der GPS-Daten übers nordholländische Feld und erntet die kleinen Pflänzchen. In einer großdimensionierten Waschanlage werden die noch anhaftenden Erd-bzw. Sandbestandteile ausgewaschen und die Pflänzchen im bestellten 500er oder 1000er-Pack in Plastik eingeschlagen und in Kühlcontainern verstaut. So können sie die lange Reise von Holland in die USA antreten. Dort werden die Jungpflanzen in Reihen aufgepflanzt oder gleich getopft, um Arbeitsschritte zu sparen. Anschließend gelangen sie zum Verkauf. So ist das.

Aber bevor der ganze Prozess in Gang gebracht werden kann, sind noch einige Zwischenschritte erforderlich. Von jeder neu zu vermehrenden Pflanze (die ja schon mal 3 bis 6 Jahre alt sein muss) sollten mehrere Pflanzen zur Sicherheit beim Labor abgeliefert werden, falls mal was schiefläuft. Beste Zeit sind dafür die ersten Monate im Jahr: die Pflanze hat noch nicht ausgetrieben und kann noch steril gemacht und auf Schädlinge wie z.B. Nematoden (Fadenwürmer)  getestet werden. Für jede Sorte, die in Vermehrung geht, berechnet das Labor mindestens ab 1500 Euro aufwärts für die Herstellung der Mini-Setzlinge. Für die Aufzucht bis zu einer verkaufsfähigen Pflanze fallen noch weitere Kosten an, sofern der Auftraggeber dies nicht selbst übernehmen kann. Die Angaben beziehen sich auf Stückzahlen im Bereich ab 10.000 (!), also nix für uns Hobbygärtner. Und das ganze braucht zirka 2 Jahre Vorlaufzeit. So kann man sich also vorstellen, dass die Einführung jeder neuen Sorte für die großen Händler in Europa wie in den USA eine große Kapitalbindung bedeutet, ohne dass nur eine Pflanze verkauft wurde. Da wird schon etwas vom Risiko und Unternehmergeist sichtbar!

Die Labore sind in der Zwischenzeit so weit im Wissensstand gediehen, dass sogar mittels chemischer Behandlung der Zellklumpen und der nachfolgenden Stadien die Möglichkeit vorhanden ist, tetraploide Sorten zu züchten. Die Kosten sind auf die anderen genannten aufzurechnen.

Wer die Registrierungsdaten der Amerikanischen Hosta Society verfolgt, wird ohnehin feststellen, dass ganz viele neue Sorten sogenannte „Sports“ sind und nur 40% der neuen Sorten durch Kreuzung entstanden. In Europa gibt es leider wenige echte Züchter. In Amerika ist die Hosta zur „Pflanze der Freundschaft“ (Friendship Plant) erkürt worden, als in den Staaten meistverkaufte Pflanzensorte ohnehin. Das ist aber eine sehr treffende Bezeichnung, weil sich die Züchter dort viel offener über ihre Zuchten mit positiven und negativen Ergebnissen austauschen und im Sinne der Verbreitung der Hosta mit vielerlei Veranstaltungen tätig sind.

Neben den großen holländischen Zuchtbetrieben gibt es davon noch einige wenige in den USA - dort haben jetzt zwei wegen des großen Preiskampfes aufgehört. Neuerdings sprießen in China derartige Betriebe aus dem Boden, denen aber einige Makel nachgesagt werden wie nicht sortenreine Produktion oder nicht saubere Vermehrung (bzgl. Virusinfektion). Die Einführung neuer schöner Sorten kann heikel werden, was dann zur Verteuerung der „collector’s plants“ (Sammlersorten) führt, weil diese Pflanzen ja nicht überall und nicht in jeder beliebigen Menge zu haben sein werden.

 

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