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 Es gibt aus 2017 ein paar Ergebnisse im Bild:

 

 

 Wer die Mutterpflanzen mal unter der www.hostalibrary.org nachschaut, sieht, welche Mischungen hier stattfanden. Es sind aber nur Einzelergebnisse aus ca. jeweils 20 Saatkörnern. Die Überraschungen der Natur bleiben uns erhalten. Aber das macht ja gerade den Spass aus, sich mit Hosta-Aussaat zu beschäftigen. Besonders wie hier, denn die Nachzucht erfolgte über Winter im Zimmer unter Kunstlicht.

 

 16.02.2018 Winter-Aktivitäten und deren Ergebnisse

 Der Winter 2017/2018 mit dem ewig grauen Himmel hier in Nord-Deutschland verführte mal
 wieder zum Aussäen von Hosta-Saat aus dem letzten Jahr. Eigene Kreuzungen mit schönen
 Ergebnissen. Und wie immer gibt es Beobachtungen - man hat ja Zeit, bei Licht und Muße ein
 wenig mehr Augenmerk auf die kleinen Pflanzen zu werfen.

 

 Saat in den Quarkschälchen mit zuvor in der Mikrowelle gedämpftem Substrat. Das muss
 sein, weil sonst die auch im Winter nicht schlafenden Trauermücken ihre Eier ins Substrat
 legen und sich die entwickelnden Larven die Samenkörner von innen auffressen. Bei tollen
 Kreuzungen wäre so ein Ausfall schlecht zu verschmerzen! Das gilt insbesondere dann, wenn
 eine Kreuzung nur ein einziges Samenkorn hervorgebracht hat. Olga Petryszyn hat die Hosta-
 Gemeinde wissen lassen, dass ihre Sorte 'Niagara Falls' aus nur einem Saatkorn entstammt.

 

 So ein Anblick erfeut das Züchter-Herz natürlich sehr! Die Sämlinge haben das zweite Blatt
 geschoben und sind nun "aus dem Gröbsten" raus.

 

 Ein Teil unserer ausgesäten H.'Galetta'-Eigenzucht. Wir wollten sehen, was sich aus den
 Nachkommen so entwickelt:  Vielfalt - auch mit betrüblichen Erkenntnissen:

 

 Gelbe ode weiße Sämlinge haben immer "ganz schlechte Karten". Wegen der Unfähigkeit,
 das für die Photosynthese erforderliche Chlorophyll bilden zu können, sterben diese Sämlinge
 ab - da ist auch nichts dran zu rütteln. Der kleine Sämling mit den Grünanteilen oben links
 könnte mehr Glück bei seinem weiteren Lebenslauf haben, aber sicher ist das nicht. Die
 starke Einschränkung für das Pflanzenwachstum bringt dann die erklärbare Erkenntnis, das es
 (bisher) keine gelben Streaker gibt.
 

 

 Leider ist B nun in Auflösung begriffen. So ist Natur eben.

 

Wer nun weiterliest, kommt vielleicht auf den Geschmack, auch schon im Winter ein paar
 neue "Zimmerpflanzen" zum Leben zu erwecken...

 

 

23.3.2015

Tipps für die Hosta-Aussaat

In 2014 haben nicht nur die Bienen und andere Insekten sondern auch ich ein paar Kreuzungen von Hosta-Sorten in unserem Garten vorgenommen. Teilweise ergaben sich ganz viele Saatkörner, manchmal (leider) auch nur ganz wenige. Nun kommt jetzt im Frühjahr die Schwierigkeit, alle diese Sorten bei der Aussaat einerseits zu fördern, andererseits sie auch sortenrein auseinanderzuhalten. Gibt es viele, ist es nicht so wild, aber wenn es z.B. nur 8 bis 15 ordentliche Samen sind, möchte ich ihnen die besten Startvoraussetzungen geben. Dazu zählen für mich das Abreiben der Flügel an der Saat, das Einweichen für einen Tag in Wasser um den Quellprozess zu fördern und dann die gezielte Aussaat in unsere Quarktöpfchen. Im warmen Heizungsraum beginnt der Keimungsprozess in gespannter Atmosphäre dann in etwa einer Woche.

Ich zeige auf dem ersten Bild, wie ich kleine Mengen Saat nach dem Abreiben der Flügel für den einen Tag zum Quellen gut im Wasser festhalte. Wird auf dieses kleine Stückchen Taschentuch verzichtet, schwimmen die Saatkörner auf und werden nicht so umfänglich mit Wasser benetzt wie ich es gern hätte. Ein kleiner Trick nur, aber effektiv. Und dann läßt sich sogar das Wasser leicht aus den Schälchen abgießen, die Saat bleibt unter dem Taschentuch haften und kann nach Umklappen leicht auf das Substrat (Anzuchterde) gesetzt werden. Die noch feuchte Saat haftet gut am Substrat. Ich drücke sie trotzdem noch etwas an. Auf das Abdecken mit feinem Substrat verzichte ich neuerdings, weil mir schon einige Samen durch zuviel Feuchtigkeit schlicht verfault sind. Ohne die Abdeckung läßt sich gut nachschauen, welche Saatkörner gelaufen sind (s. Bild 2).

 

 

Und dann wird es ja erst richtig spannend: Gibt es Streaker, Gelbe, Weiße? Die weißen Sämlinge verfärben sich nach 1 Woche bräunlich und sterben ab, bei den anderen kommt bald das zweite Blatt. Erst dann gibt es aus der Sprühflasche etwas in der Konzentration reduzierten Flüssigdünger für ein kräftigeres Wachstum. Die Vereinzelung erfolgt ab dem 3. Blatt, ebenso wie eine Auslese, welcher Sämling weitergezogen werden soll.

 

 ...und Ihnen wünsche ich auch viel Erfolg!

 

 

 

28.01.2015

Just for fun – Hosta-Saat jetzt schon aussäen

Wer schon jetzt im Januar/Februar ein paar Samenkörner in Aussaaterde setzt, spart eine ganze Menge Zeit und gibt der Natur einen gehörigen Vorschub vor dem nächsten Herbst und Winter. Wieso? Hosta-Züchten dauert länger als man es so denkt.

Dazu gibt es ein paar Anregungen für einen „Probierdurchgang“: Legen Sie die Saatkörner auf eine etwas mit Wasser gefüllte Untertasse und drücken Sie die Körner schön ins Wasser ein, dass sie ganz benetzt sind und auf dem Boden liegen bleiben. Die Untertasse kann auch gern warm stehen. Nach einem Tag sehen Sie schon, dass die Körner dicker geworden sind: sie haben sich also mit Wasser vollgesogen, der Keimungsprozess ist angeschoben. Es ist im Übrigen gleich, ob Sie die Windfahnen an den Saatkörnern belassen oder sie abreiben (hier zum besseren Zeigen mal ohne). An dem Viererblock unterhalb des Maßstabes kann man an dem Saatkorn rechts oben sehen, wo sich der Keim aus dem Samenkorn schieben wird.

Hosta-Saat (ohne Windfahnen gezeigt)

Nun können nach einem Tag im Wasserbad die Samenkörner in das Saatschälchen gebracht werden. Ist das Saatschälchen (also mein Quarktopf mit unten angeschnittenen Ecken)

 

 

so kann es nach einiger Zeit aussehen - für 2 weitere Quarktöpfchen ist auch noch Platz!

 

mit Aussaaterde gefüllt und diese mit einem Wassersprüher gut angefeuchtet, transportiere ich die Saat mit einer Pinzette auf die Aussaaterde. So bleibt die Saat dort liegen, wo ich sie hin haben will. Weil es sich um seltene Saat handelt, gebe ich mir auch die Mühe mit der Pinzette. Jetzt kommt noch der Clou, das Sahnehäubchen förmlich, obendrauf: aus dem Garten geholt wird auf die Saatreihen noch eine kleine Schicht Schnee aufgelegt. Dieser Schnee schmilzt natürlich bei Zimmerwärme schnell weg, aber die in den Schneeflocken enthaltenen freien Radikale bewirken einen besseren Keimerfolg. Nun kommt das Quarkschälchen in ein an der Heizung stehendes Kleingewächshaus mit Haube und geschlossenen Luftöffnungen – und jetzt heißt es, wohl 10 – 14 Tage warten, bis der erste Keim erscheint. Dann kommt das Gewächshaus an die hellste warme Stelle im Haus.

Und der Schnee – bei diesen warmen Temperaturen? Kommt mit der Margerinebox in die Gefriertruhe für den nächsten Einsatz.

„Garten heißt warten“ besagt ein altes Gärtnersprichwort. Bei Hosta ist es wohl wörtlich zu nehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich es bestätigen: wer sich Saat einer Hosta möglichst bester Qualität (also mit roten Stängeln und gelbem Blattwerk gekreuzt mit einer gestreakten Sorte) als Zuchtobjekt herbei nimmt und die Mühen nicht scheut, wird sicherlich reichlich belohnt. Etwas Beschäftigung mit dem Metier ist allerdings vonnöten. So will ja so ein Saatgutlieferant gefunden sein und der soll dann auch noch das gewünschte Saatgut liefern. Unmöglich? Nein, überhaupt nicht. Die Kosten halten sich auch in Grenzen, selbst bei den spannenden „Seed Auctions“ in der

www.hostalibrary.org von Bob Axmear(der leider 2017 verstarb).Die Webseite läuft weiter und wird um die neuen Sorten fortlaufend ergänzt.

Kleine Hostakinder werden nicht so schnell erwachsen wie man es gerne hätte: bei normalen mittleren Größen kann das schon gut und gerne 3 – 6 Jahre bis zum ersten Blühen dauern. Wer in der Literatur oder im Internet kürzere Zeiten liest, sollte dabei bedenken, dass dies Angaben sind, die bei professionellen Züchtern anfallen können. Hier werden die Pflanzen unter 24-Stunden-Licht förmlich in eins durchgezogen. Im Privatgarten hat man ja mehr Zeit.

Ist der erste Winter überstanden und die Pflanze im eignen Topf gut gewässert und gedüngt, kann man schön beobachten, wie sich eine Hosta im Laufe ihres jungen Lebens wandelt: Die Blattform kann sich ändern, die Blattfarbe wird sich auch nicht von Anfang an auf den Farbgrundton der erwachsenen Pflanze einstellen und manche Zeichnung des Blattwerks erscheint erst mit dem vielleicht 6. Blattaustrieb. Immer förderlich ist, für die Wurzeln keinen Wassereinstau im Topf zuzulassen. (Man kann Hosta theoretisch auch im reinen Sand ziehen, muß dann natürlich sehr oft gießen und auch an die Düngung denken.)

Und ein Versuch mit Saat aus dem eigenen Garten von unterschiedlichen Pflanzen mit gelben, blauen, grünen, großen oder/und kleinen Blättern (also Qual der Wahl!) tut’s ja auch. Die heimischen Bienen wissen, wie man schöne Kreuzungen bekommen kann. Bei der Wahl des Saatgutes bitte aber beachten: einfarbige Sorten ergeben meist einfarbige Nachkömmlinge. Weiß geränderte Sorten haben nur einen gewissen Anteil an gleichartigen Kindeln und gestreakte Sorten tut dies auch nur bis zu einem gewissen Prozentsatz. Rotstängelige Sorten vererben einen Rotanteil. Zeichnung im Blatt selbst ? Überraschung inbegriffen. Größe der Hosta: wer Saat von ganz großen Sorten abnimmt, wird lange im Dunkeln tappen, anders herum auch. Kurzgefasst: Hosta bieten ein unerschöpfliches Betätigungsfeld und viel Freude.

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