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Hosta-Splitter

11.10.2015 

Klein - aber nicht ungefährlich!

Jetzt zum Herbstausklang warten die Hostazüchter sehnsüchtig auf die Ernte der Samenkapseln aus den Kreuzungen von zwei Hostasorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Auch wenn die Saat darin 6 Wochen nach der Bestäubung reif ist, sind die Samenkapseln noch grün.

Jeder Hostazüchter kontrolliert die Samenstände, ob sie nun noch grün sind oder sich langsam bräunlich verfärben um dann aufzuplatzen. Dabei kann es dann vorkommen, dass unerwünschte Tierchen gefunden werden, die sich an den mit viel Mühe erzielten Kreuzungsprodukten gütlich tun: kleine Gehäuseschnecken oder auch Schmetterlingsraupen. Sie fressen die nahrhaften äußeren Schalen der Samenkapseln - und schlimmer noch: sie machen auch vor den Samenkörnern nicht Halt. Durch das Wegfressen der Schale wird der Reifeprozess gestört. Aber wenn die Saat auch verschwindet - das ist schon ein echter Verlust.

Die kleinen Gehäuseschnecken sind aus der Sicht des Hostaliebhabers sehr unangenehme Mitbewohner des Gartens. Sie tummeln sich schon im Frühjahr an den ersten Spitzen der austreibenden Hosta. Die zarten Blattspitzen sind für sie wie für uns schöner grüner Salat. Die in die Spitzen genagten kleinen Löcher werden im Laufe der Wuchsperiode zu hässlichen Löchern im Blatt, die eine eigentlich schöne Hosta ziemlich „alt“ aussehen lassen. Die kleinen Viecher sitzen entweder direkt an der Fraßstelle oder sie verkriechen sich in der Rundung des Blattstängels kurz über dem Erdboden. Hier sind optimal vor Fressfeinden geschützt. Andere kleine Nacktschnecken ohne Gehäuse fallen schon eher einem Frosch oder einer Kröte zum Opfer. Und für Amseln sind sie eine wohl zu kleine Mahlzeit.

Schmetterlingsraupen finden sich in den letzten Jahren des Öfteren an Hostablättern und zum Herbst auch an den Samenständen. Es ist nicht verwunderlich: Hosta sind nicht giftig, haben eine lange Wuchsperiode und stellen mit ihren Blättern ein wahres Schlaraffenland dar. Das haben die Raupen der Eulenarten (lat.: Noctuidae - Bild 4 oben rechts) schon mitbekommen. Es ist eigentlich verwunderlich, dass es so wenig Raupen an Hosta gibt, aber angesichts des großen Artenschwunds bei Schmetterlingen erklärbar. Zum anderen genauso, dass sich die einheimischen Schmetterlingsarten mit den Hosta als „Neulingen“ im Garten erst „anfreunden“ müssen. Gerade Noctuidenraupen sind nicht so wählerisch bei der Futterwahl. Man sieht sie selten, weil die meisten in der Nacht fressen und sich tagsüber ein sicheres Plätzchen zwischen den Pflanzenstängeln oder im Boden suchen. Raupen anderer Schmetterlinge habe ich noch nicht an Hosta gefunden.

Die Überschrift zu diesen kleinen Tieren ist ein wenig reißerisch und wird den kleinen Gartenmitbewohner nicht gerecht, zugegeben. Aber wenn der Samenstand an- oder gar aufgefressen ist von einer Kreuzung zweier besonderer Hostasorten schmerzt das schon. Mit den Bildern wollen wir auf die Fraßbilder aufmerksam machen.

 

 

   

 

 

 

02.08.2015

Hosta als Schmuck auf Grabstellen

In neuerer Zeit nehmen Grabgestalter Hosta in ihr Sortiment auf. Es werden Sorten wie H.‘Patriot‘, H.‘Gold Standard‘, H.‘Sum and Substance‘ u.a.m. zur Pflanzung auf Gräbern verwendet. Dies sind mittlere, große bis sehr groß werdende Sorten, die einen ziemlichen Platz auf der Grabstätte einnehmen, wenn sie „Fuß gefasst haben“. Kleinere Sorten können auf kleinen Grabstellen wegen einer günstigeren Einbindung in den Gesamteindruck eher geeignet sein.

Seit einiger Zeit gibt es tetraploide Hosta, die für diese Verwendung geeigneter erscheinen als viele diploide Sorten. Tetraploide Hosta weisen dickere Blätter auf, sie sind dadurch an sonnigen Stellen besser gegen Sonnenbrand geschützt. Die Ansprüche an den Wuchsgrund=Pflanzerde sind gleich. Hosta mit der tetraploiden Eigenschaft sind auch ein wenig trockenheitsresistenter als die üblichen diploiden Sorten.

Eine ausgewachsene tetraploide Hosta ist kleiner (als die diploide Ausgangs-„Mutter“-Pflanze) mit kürzeren Blattstielen, dies macht die Pflanze kompakter und die Blattbüschel dichter. Die Blätter erscheinen nicht so flach, sie können tassenförmig oder gewölbt aussehen. Die Substanz einer tetraploiden Pflanze ist größer, so kann sie beständiger gegen Schneckenbefall sein. Die Blütenstängel sind kürzer und dichter mit Blüten besetzt, die wiederum einander näher angeordnet sind. Tetraploide Sorten mit weißem Rand haben in der Regel breitere Ränder und schmalere Zentren als die diploiden Ausgangsmutterpflanzen. Dies schafft mehr visuelle Attraktivität.

Die Blüten sind größer (in der Regel breiter als länger), die Blütenstängel und -teile sowie Pollen sind größer, aber die Samenkapseln kürzer und dicker. Diese Hostasorten sind genauso schön im Blattwerk wie auch in Blütenstand und –farbe, stehen also anderen diploiden Sorten quasi in nichts nach. Tetraploide Hosta haben kürzere Wurzeln und ein langsameres Wachstum. 

Hier noch eine Auflistung kleiner bis mittelgroßer tetraploider Sorten:

 -          First Mate

 -          Praying Hands

 -          Hands Up

 -          Fantasy Island

 -          Justine

 -          Karin

 -          Loyalist

 -          Minuteman

 -          Patriot

 -          Touch of Class

 -          Volcano Island            (alle unter www.hostalibrary.org anzuschauen)

 (Mehr Sorten gibt es unter „Streaked+Tetraploid“; die anderen dort aufgeführten sind viele große bis sehr große Hosta, die repräsentative Wirkung entfalten.)

 

 

25.06.2015  

Riesen im Garten

Wer sich eine der super großen Hosta kauft, bekommt im Versandhandel dann eine Pflanze so von 40 cm Höhe zugeschickt – etwa die gleiche Höhe bis 60 cm haben wohl die Pflanzen, die auf den Gartenmärkten angeboten werden. Was ist daran so Besonderes?

Nichts Besonderes – Sie erhalten aber „Kinder-Pflanzen“, die es mit zunehmendem Lebensalter in sich haben: Hosta können nach den letzten Vermeldungen bis zu 120 Jahre alt werden. Was bedeutet das? Die Pflanzen dieser Größenklasse werden erst in einigen Jahren zu ihrer endlichen Höhe und zu ihrem sehr ansehnlichen Umfang heranwachsen. Wer mit offenen Augen durch Schaugärten wandert, wird sich über die stolzen Abmessungen einer H.‘Sum and Substance‘-Anpflanzung erfreut haben. Auf den eigenen Garten übertragen heißt dies vielleicht auch: erschrocken. Man sollte bei der Anpflanzung von Riesenhosta schon über ein paar Quadratmeter mehr verfügen…

Wenn eine Hosta des XXL-Formates in einen Garten und dessen Gestaltung integriert werden soll, ist eine sehr sorgfältige Planung des Standplatzes erforderlich. Die Riesen im Grün möchten gern einen Platz mit frischer Erde, die nicht austrocknet. Sie benötigen im Frühjahr viel Wasser zum Aufbau des großen Blattwerks und der Blütenstängel. Wenn es zum Sommer mal trockener wird, ist das nicht so schlimm. Aber gen Oktober sollte man (generell alle Sorten) wieder mehr gießen, weil dann die Pflanze die Knospen für das nächste Jahr anlegt. Riesenhosta halten auch von starkem Windangriff nichts, weil die sehr großen Blätter dann zerrissen werden können. Zur Erinnerung: H.‘Empress Wu‘ kommt erwachsen (!) mit einem Blattdurchmesser von 63 cm daher! Beschattet sollte der Platz auch sein, damit die Pflanzen keinen Sonnenbrand bekommen. Eine einfache Regel wäre: Sonne bis Mittag, danach Schatten. A propos Düngung: wie wir Menschen gern Sahne auf der Erdbeertorte haben, mögen auch Hosta gern eine Düngergabe. Gut ist eine Hornspänegabe im Frühjahr, wenn sich die ersten Knospen/Schüsse zeigen und dann noch einmal im Oktober. Wer ganz besonders freundlich zu seinen Pflanzen ist, gießt auch während der Sommerzeit mal mit einer Kanne Wasser, dem eine entsprechende Menge Flüssigdünger zugefügt ist. Bei Verwendung von Wuxal darf dies auch über die Blätter erfolgen.

Kleine und mittelgroße Hosta sind - wenn erforderlich - schnell ausgegraben, eingewachsene sehr große Sorten vertragen solche Eingriffe nicht gut, denn meist wird an dem Wurzelwerk doch recht viel zerstört. Eine Schufterei wäre es ohnehin. Nun kommt die Planung wieder durch: ein gut gewählter Standplatz lässt die Pflanze unbeschadet dort zu ihrer erwarteten Größe und Schönheit heranwachsen.

„Garten heißt warten“ gilt hier besonders.

Suchen Sie sich Ihre Wunschhosta aus! Es gibt mehr als Sie denken. Die Preise sind angemessen. Das Geld ist vielleicht schnell ausgegeben, aber denken Sie daran: Riesenhosta werden wirklich so groß!

 

 13.05.2015

 

Gelbe Hostas – keine Pflanzen für die Sonne!

Hosta-Blatt-Farben werden hinlänglich mit Grün, Gelb und Blau bezeichnet. Grün sind die der Natur am nächsten stehenden Farben, Gelb und Blau sind Ergebnisse menschlicher Züchtungserfolge. Greift der Mensch in die Abläufe der Natur ein, hat dies Folgen für die Ergebnisse. So auch hier: weder die gelb- noch die blaublättrigen Hostasorten können Sonneneinstrahlung im Übermaß vertragen. Sie beide sind nicht so sonnentolerant wie die grünblättrigen! Leider, muß man ja sagen, vermutet man doch,  dass gerade die gelbblättrigen als „Sonnenkinder“ für super helle Standorte geradezu geeignet sind. Falsch!

Sonne ja, aber bitte nur bis höchstens Mittag, danach sollte jede gelbe Hosta im Schatten stehen, sonst bekommt sie nämlich Sonnenbrand! Und die Folgen kennen wir ja: die Blattränder werden braun und dann stößt die Pflanze diese nicht mehr mit Nährstoffen versorgten Blattanteile ab. Die Pflanze insgesamt wird unansehnlich und kümmert dahin. Dieser Vorgang wird durch unzureichende Wasserversorgung noch vorangetrieben.

Gelbblättrige Hosta stellen einen nicht unbeträchtlichen Sektor der Hostafamilie dar. Sie können neben kleinen und ganz kleinen auch je nach Sorte große bis sehr große Blätter aufweisen. Die Blütenfarbe ist sehr häufig ein kräftiges Lila, was sich sehr schön von der gelben Grundfärbung des Blatthorstes abhebt. An neueren Züchtungen finden sich wunderbar rot angehauchte Blattstängel. Das Rot auf den Blattadern der Unterseite kann sich bis in das Blatt oberseitig hinaufziehen und gibt dadurch den Sorten ein ganz definiertes Aussehen.

Die Züchter werden sich noch lange mit den gelbblättrigen Sorten beschäftigen, denn in ihnen steckt ein großes Entwicklungspotential für neue Hosta. Um erfolgreich zu züchten ist wie sonst auch ein großes Maß an Wissen erforderlich, um zwei geeignete Hosta zu kreuzen, die dann (hoffentlich) Elterneigenschaften im gewünschten Maß auf die Nachkommen vererben.

Manche Hosta treiben im Frühjahr wunderbar gelb aus – und narren uns damit: nach einiger Zeit wird das Gelb durch Grüntöne ersetzt – und wir suchen dann die gelbe Hosta! Bestes Beispiel dafür: H.fortunei ‘Aurea‘.

Kleinblättrige Sorten, die sich besonders für Tröge und Töpfe eignen:

H.‘Hydon Sunset‘, H.‘Zitronenfalter‘, H.‘Dragon Tails‘, H.’Giantland Sunny Mouse Ears‘

Mittelgroße Sorten:

H.‘Marrakech‘, H.‘Jimmy Crack Corn‘, H.‘Chiquita’, H. Golden Age’, H.’Flemish Gold’

Großblättrige Sorten:

H.’Sun Power’, H.‘Great Lake‘s Gold‘, H.‘Choko Nishiki’= ‘On Stage’, H.’Osiris Ovation’

Rotstängelige gelbblättrige Sorten:

H.‘Designer Genes‘, H.‘Cherry Tart‘, H.‘Fire Island‘, H.‘ Gilt by Association’

Ausnahmen bestätigen die Regel, das gibt es ebenso bei den gelbblättrigen Sorten. Zwei Beispiele:

H.‘Sum and Substance‘ verträgt gut Sonne, auch H.‘May‘ als gelber Sport von H.‘June‘.

 

  03.05.2015

 

Hosta in Grün – Gedanken zu einer Farbe

Die Pflanzenmärkte boomen zur Zeit, jedes Wochenende im Frühling ist terminlich belegt. Auf der Jagd nach neuen Hosta für die eigene Sammlung darf vielleicht mal ein Gedanke eingebunden werden, der erst so beim zweiten Blick doch etwas wert ist: Grünblättrige Hosta kaufen? Ja, die rein grünen Sorten weisen viele Vorzüge auf, die bei der Such(e oder t) nach neuen buntlaubigen Sorten etwas zu kurz kommen. Es ist da als erster Kaufgrund zu nennen, dass diese Pflanzen wesentlich mehr Sonne vertragen als gelbe oder gar blaublättrige Hosta. Sie vertragen auch höhere Temperaturen besser als die anderen genannten. Weiter stehen sehr viele unterschiedliche einfarbige Grüntöne zur Verfügung. Dazu kommen die variablen Blattoberflächen von glatt und glänzend, die Blattformen von rundlich bis lanzettlich und die Texturen der Blätter von gehämmert, gesägt, gewellt u.a.m., kurz, jede Sorte weist unverkennbare Eigenschaften auf. Weitere Bestimmungshilfen sind dann noch die Stängel in ihren unterschiedlichen Ausfärbungen von einfach Grün bis Schwarzrot, entweder gepunktet oder auch nicht. Vorletztes Unterscheidungsmerkmal könnte dann die Blütenfarbe sein, die für einen Kauf ausschlaggebend wäre, von Weiß bis Violett, mal mit mal ohne Duft. Hier sei darauf hingewiesen, dass die Sorten mit duftenden Blüten einen warmen Platz brauchen, damit sie mit ihrer Farben-und Duftpracht auch richtig zur Geltung kommen können. Und letztlicher Kaufentscheid liegt dann wohl in der Größe der Sorte begründet, von ganz klein bis ganz groß – je nach Balkon über Reihenhausgarten bis Park, je nach dem Platz, der bei der Gartenplanung noch übrig blieb. Oder was noch in den Kübel zu den Kleinen paßt, zu den H. ‘Green Mouse Ears‘ und H. ‘Shining Tot‘ und
H. ‘Baby Bunting‘.

Als Beispiele zu den vorstehenden Eigenschaften:

Blatt-Grüntöne: H. ‘Devon Green‘, H.‘Lancifolia‘, H. ‘Joseph‘, H. ‘Lakeside Black Satin‘

Blütenfarbe violett: H. ‘Violetta‘, H. ‘Betsy King’, H. ‘Purple Lady Fingers‘, H.’Lilipad’

Blütenfarbe mauve: H. ‘Bottle Glass‘, H. ‘Brutus‘, H.‘Moi Marlene‘, H.’Heideturm’

Blütenfarbe weiß: H. ‘White Triumphator‘, H. ‘Snowflakes‘; H. sieboldii ’Alba‘, H. hypoleuca

Blüten mit Duft: H. Fried Green Bananas, H. plantaginea ‘Venus‘, H. ‘Invincible‘, H. ‘Sweet Bo Peep’

Blattrand gesägt/stark gewellt: H. ‘Jaws‘, H. ‘Cutting Edge‘, H. ‘Praying Hands‘, H. ‘Sea Octopus’

Blattstängel rot: H.‘ Red October‘, H. ‘Gooseberry Sunday’, H. ’Sugar Plum’, H. ’Maraschino Cherry’

Pflanzengröße ’Mini’: H. ‘Thumbnail’, H. ‘minor, H. ‘Rosemoor‘, H. venusta, H. ‘Paradise Puppet‘

Pflanzengröße  XXL: H. ‘Domaine de Courson‘, H. ’Empress Wu’, H. 'Green Acres‘, H. ‘Jade Cascade‘

Alle Sorten sind rein grünblättrig und allein aufgrund der Blatterscheinung ziemlich gut  identifizierbar. Auf ins Grüne, versuchen Sie sich mal…

 

 01.04.2015

 

Rotblättrige Hosta - ein Traum für jeden Hostaholic!

Unser erstes Foto unter "Hosta im Bild" ist – ganz klar ersichtlich – ein April-Scherz für die Hostaholics zum Schmunzeln.

Unser zweites Foto zeigt die Hosta ‚First Blush‘, die von Bob Solberg von der Green Hill Farm in den USA gezüchtet wurde. Diese Neuzüchtung ist uns schon einige Zeit bekannt, aber nun können wir auch das zugehörige Bild einstellen. Dank an Bob, der dies großzügigerweise erlaubte.

Zu der neuen Hosta ist zu berichten, dass u.a. die Sorte ‚Beet Salad‘ mit grünen Blättern und roten Stängeln zu der Elternschaft gehört. Bob Solberg war nach 25 Jahren Hostazucht die Besonderheit nicht entgangen, dass diese Sorte zusätzlich zu den roten Stängeln rote Blattspitzen aufwies. Nachfolgende Sämlinge vererbten das Rot an nur zwei Pflanzen. Diese entfalteten 2010 die im Bild sehbare Tönung. Leider kann es sein, dass die Pflanze im Sommer bei Temperaturen über 34°C die Farbe chamäleonartig in Grüntöne ändert. Aber wenn die Blätter im Frühjahr das wunderbare Rot entfalten, schlägt das Herz des Hostaholics bestimmt höher. Die Sammlerpflanzen werden erst in den nächsten Jahren auf den Markt kommen und dürften auch ein „hübsches Sümmchen“ kosten.

 

 13.02.2015

 

Share a hosta – divide a hosta…?

Car-sharing kennen alle. Hosta-sharing ist vielleicht etwas Neues. Die Überschrift ist zweigeteilt und „sharing“ ist hier etwas anderes.

Der Hostamania verfallene Hostasammler tun das:  1100 US-Dollar wurden bei der letzten AHS-(American Hosta Society)-Auktion für eine Pflanze mit Namen H.‘Sharon Stone‘ geboten oder fast gleichviel mit 1000 Dollar für eine H.‘Big Kahuna‘, eine der größten mehrfarbigen Sorten überhaupt. 850$ erzielte H.‘Princess Amalia‘. Nun, eine gewisse Gier im Zuge der schwer bekämpfbaren Hostamania muss wohl schon vorausgesetzt sein.

Wie im Artikel über „Streaked Hostas“ schon dargestellt haben es leider manche Hosta-Sorten an sich, dass sie sehr teuer sind. Entweder weil sie so selten oder so neu auf dem Markt sind oder sie etwas mehr Aufmerksamkeit und zeitlicher Pflege bei der Aufzucht benötigen. Oder Sorten sind deswegen so teuer, weil sie nach Europa importiert werden müssen und dann auf den schon hohen Pflanzen-Einzelpreis noch die Zolleinfuhrgebühren sowie das erforderliche phytosanitäre Gutachten und eine ordentliche Versandgebühr aufzuschlagen sind. Es ist daher nicht so ganz einfach, bei den großen Internetlieferanten zu bestellen.

Was halten Sie von folgender Idee auf, die gar nicht so abwegig ist? Man braucht dazu eine vertrauenswürdige gartenliebende Zweitperson aus der näheren Umgebung, die sich zum Mitmachen bereiterklärt, also Gartenfreundin oder Gartenfreund. Außer der gut gefüllten Geldbörse beider Partner muß dann noch Geduld eingebracht werden. Das gegenseitige Vertrauen ist Voraussetzung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach der Suche und Festlegung einer (super sündhaft teuren) Hosta des gemeinsamen Begehrs kauft ein Partner die Hosta und setzt sie in seinem Garten ein. Schon bei der Blühphase werden nun erste „vertragliche“ Verabredungen in die Tat umgesetzt: es erfolgen Blütenbestäubungen nach der zuvor aufgestellten Wunschliste beider Partner, so nach dem Motto „Du eins-ich eins“. Die Nachzucht der beschlossenen Kreuzungen kann damit losgehen. Im Jahr darauf oder vielleicht auch erst im zweiten nach Pflanzbeginn kann die größer gewordene Hosta ausgegraben und geteilt an beide Partner ausgegeben werden. Jetzt haben beide eine halb so teure neue Sorte und sogar schon die Sämlinge der ersten Saison. Einfach probieren, oder?

Es gibt nun Hosta, die als Supersorte vielleicht 50, 80 oder 100 Euro kosten. Auch reichlich, selbst durch zwei geteilt. Der Mut und die Geduld zu solch einem Vorhaben bringen immer zwei „Verbündete des Gartens“ zusammen, getreu des Spruches:

„Teile eine Hosta – und die Freude verdoppelt sich.(Spruch: © Gerhard Ragus)“

 

12.01.2015

 

Winterzeit nutzen – Vordenken für die Saison 2015

Zu Weihnachten bekamen wir von einem Freund eine sehr kleine Hosta – bare root – im normalen Briefumschlag in feuchtes Zeitungspapier eingeschlagen und in Plastikfolie gehüllt  – als Geschenk. Zuerst waren wir verblüfft, was alles so geht (Nachmachen würde ich das nicht!). Aber dann kam das Pflänzchen schnell in den Garten und in den Topf. Und dabei fiel wieder ein, was wir den (zukünftigen) Freunden kleiner und kleinster Hostas mit auf den Weg ins neue Jahr noch mitgeben wollten:

Pflanzen Sie Mini-Hosta möglichst nur in Töpfe oder Tröge, die mindestens 20 cm hoch sind. Am Boden des Gefäßes sollte ein wenig Grobkies Platz finden oder Sie können sogar kleine Plastiktöpfe umgekehrt hineinstellen. So ist für den überaus notwendigen Wasserabzug gesorgt. Minis sind auf Staunässe nämlich nicht gut zu sprechen. Weiterhin, wenn darüber guter sandiger Kompost oder etwas aufgedüngte Gartenerde ausgebracht wurde, sollten Sie mit etwas Kraftaufwand die flache Hand mit aneinandergelegten Fingern gerade in das Substrat stecken. In diese Löcher - natürlich kann auch mit der kleinen Gartenschaufel ein Schlitz hergestellt werden - stecken Sie die Würzelchen der Hosta möglichst gerade und tief nach unten ein und geben zur Füllung der Löcher Substrat dazu – leicht andrücken, fertig. Ein wenig angießen, das war’s.

Was soll so ein Vorschlag bewirken?

Dazu müssen wir einen kleinen Ausflug nach Japan machen.

Wer sich die Bilder im Internet (http://www.hostalibrary.org/species/pdf/part4b-general.pdf) oder in den Büchern von Mark Zilis ansieht, die Hostas im natürlichen Habitat zeigen, versteht, dass Hosta gut Wasser vertragen, aber nur, wenn dieses an ihren Wurzeln vorbeistreicht und nicht steht. Stehendes Wasser verursacht bald Fäulnis, das vorbeifließende Wasser benetzt hingegen die Wurzeln, liefert ihnen Nährstoffe und Sauerstoff in ausreichender Menge – Folge: gesunde Pflanzen in der Natur. Vor ein paar Jahren erhielten wir von einem anderen Sammler Hostaableger mit unwahrscheinlich dicken Wurzeln. Er erklärte, sein Grundstück wäre „die Sandgrube pur“. Nur durch regelmäßiges Wässern könne er die Hosta halten und die dicken Wurzeln wären für ihn normal. Tja, sowas – Hosta im „Fließgewässer“.

Wenn also die Wurzeln der Minihosta nur vom sich vorbeibewegenden Gieß-und Niederschlagswasser versorgt werden, haben also die Lage und die Länge der Wurzeln einen großen Anteil am Pflanzengedeihen. So kamen wir zu unseren 25 – 30 cm hohen Trögen. Und wir setzen die Wurzeln der Kleinen immer ganz senkrecht ein.

 

Nun suchen Sie sich einen tollen Trog oder hohen Topf und ein paar passende Mini-Hostas aus dem großen 500-Sorten-Angebot aus!

 

Lesen Sie hierzu vielleicht auch noch den ergänzenden Artikel unter „Mini-Hosta“ und BMEars = H.‘Blue Mouse Ears‘!

 

 

 

17.12.2014

 

Hosta-Sorten mit weißem Blattinnenteil – ein paar Gedanken dazu

Neben H.‘Fire & Ice’ gehören beispielhaft H.‘Loyalist‘, H.‘Cliffard's Stingray’, und H.‘Fireworks‘ zu dieser speziellen Gruppe von Hosta mit großem weißem Blattinnenteil. Sie haben die gleiche Abstammung (Ausgangssorte H.‘Francee‘ - Bild ganz unten; es  sind Sports aus verschiedenen Generationen, zu denen auch H.‘Patriot‘, H.‘Revolution‘ und H.‘Independence‘ zählen). Die Blattdicke ist recht stark. Die Pflanzen  haben weiße Blattstängel. Das Weiß zeigt auf gering vorhandenes oder fehlendes Chlorophyll hin. Die Pflanzen sind aufgrund des hohen inneren Weißanteils des Blattes sehr gefährdet. Wenn sie zuviel Wasser bekommen, fault das weiße Gewebe weg, die Pflanze wird unansehnlich. Zuviel Sonne lässt die Blätter braun werden und vertrocknen. Andere Hosta mit Weiß am äußeren Blattrand sind nicht so gefährdet.

 

Hosta 'Fire and Ice'   Hosta 'Loyalist'   Hosta 'Clifford's Stingray'


 


 


  

Wer Hosta züchtet, wird bei Keimlingen von „Weißblatt-Hostas“ feststellen, dass sie zwar aus dem Samenkorn kommen, aber dann schnell eingehen, weil fast kein Chlorophyll produziert wird. Es ist noch nicht bekannt, warum manche Sorten trotz des beschriebenen Mangels entstanden sind und auch noch weiterwachsen. Vermutet wird, dass in den unterschiedlichen Blattschichten (es gibt davon 3) doch noch so viel Grün entsteht, dass dieser Restanteil vor dem Absterben bewahrt.

 

Wir haben z.Zt. als Besonderheit eine Hosta 'El Nino' mit einem komplett weißen Trieb auf der einen, dem gesunden grünen Austrieb auf der anderen Seite. Kurze Zeit nach der vollen Blattentfaltung zeigt sich deutlich der Verfall aufgrund von Nässe: Braunwerden, Einreißen der befallenen Blatteile. Es gibt dann kein weißes Ausgangsblatt mehr. Die Pflanze ist schon ein paar Jahre alt, kommt immer in der gleichen Konstellation wieder. Sogar durch die Ernährung über das heile grüne Blatt hat der weiße Anteil keinen Bestand. Das gilt für alle beobachteten Jahre.

 

   

   

Hosta 'El Nino' mit weißem Trieb aus 2014

 

 gut zu erkennen oben links: weißer Trieb

 

Hosta 'El Nino' mit weißem Trieb aus 2009

 

Die Sorten mit Weiß am Blattrand sind nicht so gefährdet, weil der Blattrand für die Versorgung der Pflanze im Prinzip unerheblich ist: Stängel und der größte Teil des Blattes sind grün, produzieren also genügend Chlorophyll. Auch wenn ein Teil des Außenblattes durch Abreißen oder Verbiss abhandenkommt, ist der grüne Mittel-Versorgungs-Teil für die Pflanze noch da. Gutes Beispiel ist H.‘Night before Christmas’, die ab ca. 1996 im Handel und als gut wachsende Sorte bekannt ist. Sie ist ein Sport der Sorte mit viel Weiß: H.‘White Christmas’ , die zerbröselt wie beschrieben, wenn nicht entsprechend behütet kultiviert. H.‘White Feather’ (als Abkömmling von H.undulata – also aus anderer Stammes-Quelle) als weitere weiße Hosta war in diesem Sommer in einem Gartenbaubetrieb zu sehen, toll, weil ganz neu und aus sehr guter fachkundiger Aufzuchtquelle. Ein paar Tage später bei Bekannten ein der Sonne und dem Regen ausgesetztes Exemplar: Blattwerk braun, eingerissen, kaputt.

 

   

Hosta 'Night before Christmas' - stabil, wüchsig, sonnentolerant

 

Hosta 'Francee' - Mutterpflanze vieler Sorten

 

 Summasummarum:
1.Bei der Zucht neuer Sorten mit großem Weißanteil in der Blattfläche bedarf es wegen des fehlenden Chlorophyll-Anteils in den Blättern der Jungpflanzen noch viel Forschungsarbeit.
2. Wünsche an gut aussehende Hostasorten mit großflächigem Innenweißanteil des Blattes werden sich nach bisherigem Kenntnisstand im Garten langfristig nur erfüllen lassen, wenn sie mit wesentlich mehr Pflege als bei grünen oder blaublättrigen Sorten versehen werden: schattige Plätze, gute Dränage, kein Schlagregen, ausreichende Düngung.

(nicht abgebildete Sorten bitte nachsehen unter: www.hostalibrary.org)

 

 In diesen Zusammenhang gehört auch die Nennung der BME-Sorte 'Spooky Mouse Ears', die als fast weißer Sport in der Meristemvermehrung aufgetaucht ist. Leider konnte die Sorte bei Jan van den
 Top nicht weitervermehrt werden. Ein Bild der Sorte hat uns freundlicherweise Jannes van Rossum zur Verfügugn gestellt. Es ist unter 'Hosta im Bild' bei den anderen Mäuseohrenbildern als letztes in der
 Fotogalerie zu sehen.


 

  20.11.2014

 Hosta in den Winter bringen

Hosta sind in der freien ungeschützten Überwinterung dann unproblematisch, wenn der Topf (gerne schwarz/braun aus Plastik) mit Laub abgedeckt wird. Wichtig ist auch, daß die Krone der Pflanze, an der die Augen für das nächste Jahr gebildet werden, zumindest mit Erde/Kompost abgedeckt wird. Manchmal ist nur eine Handvoll dazu erforderlich. Gut ist auch, wenn der Topf bis zum Rand mit Erde gefüllt ist und sich kein Regen/Schnee/Eis auf dem Pflanzenkopf sammeln und mit zuviel Nässe Fäulnis hervorrufen können. Kompost hat ja die Eigenschaft, dass nach der Vegetationsperiode das Substrat im Topf deutlich weniger geworden ist. Das Substrat verfestigt sich auch, daher kann Wasser nicht ablaufen. Nach ein paar Jahren sind die Hosta ohnehin aus dem Topf zu nehmen, weil auch der Nährstoffvorrat erschöpft ist. Vielleicht muß auch wegen des erfolgten Wachstums ein größerer Topf her, oder die Pflanze muß geteilt werden. Vor dem Winter gut wässern, damit die Pflanzen nicht vertrocknen und gut neue Knospen bilden können. Einen Aufenthalt im Gewächshaus ist ziemlich überflüssig, bedenkt man die Herkunft der Hosta aus Gegenden mit minus 50°C. Aber Arbeit macht das In-den-Winter-bringen ja wie oben gelesen ja trotzdem.
In Bezug auf Mini-Hosta: wichtig ist, dass ihre Wurzeln senkrecht nach unten wachsen können. Das heißt eigentlich 20 cm hoher Trog oder ähnl. Gefäß. Das bewirkt gute Entwässerung; schon beim Einsetzen mit der flachen Hand oder Gartenschaufel tief in das Substrat eindringen und in den geschaffenen Pflanzspalt die Wurzeln der Hosta einsetzen, seitlich andrücken und den Spalt ganz verfüllen. Auf etwas sandiges Substrat achten wegen der guten Wasserabzugsfähigkeit. Abzugslöcher am Behälterboden freihalten.

 

 

 

 

 

 

 

 Die Pflanze hat ihre Stängel mit Blättern „eingezogen“, d.h. abgeworfen. Die Stängel können leicht mit der Hand abgenommen werden. Abreißen sollte man vermeiden, weil dies zu Verletzungen der die Knospen für das nächste Jahr tragenden Schicht kommen könnte. Für Ungeduldige: Abschneiden an der Substratoberfläche mit Gartenschere oder scharfem Messer wäre besser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Blätter sind entfernt. Deutlich rechts zu sehen einige Wurzeln ohne Bodenüberdeckung. Weiter-hin einige Löcher, in denen vorhin noch die Blattstängel saßen. Die Wurzeln sind gegen Frost-schaden wieder mit Erde oder Kompost abzudecken und die Löcher, die zum Kopftrieb der Pflanze führen, sollten gegen das Eindringen von zuviel Wasser verschlossen werden. Im Allgemeinen schadet dies der Pflanze nicht. Im Winter kann’s aber kritisch werden, wenn der untere Topfteil  gefroren ist. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Kompost verfüllter Topfrand. Das Namensschild ist noch zu sehen. Der Kompost wurde nur aufgelegt und beim Verteilen ein wenig angedrückt, also nicht besonders fest gestampft. In der Mitte ist der Kompost etwas überhöht eingebracht, er sackt bis zum Frühjahr eh zusammen. So kann die Pflanze gut durch den Winter kommen und wieder neu austreiben. Die düngende Wirkung vom Kompost hilft dabei.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

12.01.2015

 

Jetzt aber aktiv werden…..

Wer hat noch solche Töpfe im Garten stehen?

 

 


 

   

Kopf einer Hosta mit Triebspitze (rot) - dringend abdecken vor dem Winter

 

Köpfe der Hosta mit einer guten Handvoll Kompost abedecken

 

Bislang verschonte uns der Winter vor tiefen Temperaturen mit oder ohne Schnee, wenngleich es viel geregnet und gestürmt hat. Wer aber noch ein paar Hosta-Töpfe wie abgebildet bei sich im Garten hat, sollte ein paar Minuten an trockener und frischer Luft nutzen, die empfindlichen oberirdischen Pflanzenteile mit Komposterde oder anderem Substrat abzudecken. Die Temperaturen mit der Sonneneinstrahlung (wo die Sonne denn zu sehen ist) verführen jetzt schon einige Hosta zu treiben. Wer an den Winter-Kälteeinbruch 2013 denkt, der ja noch unerwartet und spät kam, könne seinen Hosta ja noch den „Winterpelz“ überstülpen. Besser wäre es auf jeden Fall. Denken Sie auch an die Töpfe, die zuviel Rand aufweisen: hier kann sich Schnee-und Eiswasser sammeln und die Kronen der Hosta verfaulen lassen. Kurz: Bis zum Rand Erde drauf!

 

 

 4.11.2014

  

Hosta im Herbst – Schneckenalarm!!

Bei der Gartenarbeit habe ich ein paar Töpfe mit Hosta bewegt, um Laub wegzufegen. Und was fand ich unter dem Topf auf dem feuchten Erdreich? Ein großes Gelege von ca. 75 Schneckeneiern.  2-Euro-Stück-groß und 1,5 cm hoch. An manchen Eiern war schon die Entwicklung zu sehen, sie waren etwas dunkler gefärbt. Um der Plage zu entgehen, wurden alle Eier aufgenommen und entsorgt, folglich keine kleinen Schnecken aus diesem Gelege in 2015.

Es lohnt also, Töpfe kurz anzufassen und nachzuschauen, ob sich unter dem Boden an schön dauerhaft feuchter Stelle eine Mutterschnecke ihrer Eier entledigt hat. Auch andere Stellen im Garten können zu Ablageplätzen werden: unter Farnwedeln, die gut auf dem Boden aufliegen, großen stabilen Blättern, abgeschnittenen Ästen, die noch im Garten liegengeblieben sind, unter einer „vergessenen“ Gießkanne, schlicht, überall wo es feuchten und geschützten Boden gibt, können Schneckeneier liegen.

 

 

 

 4.11.2014

 Frönen Sie dem Sammlertick für die nächste Saison!

 

Jeder Pflanzensammler kennt das große Problem der dauerhaften Kennzeichnung von Töpfen und von ausgepflanzten Stauden. Sie sollen möglichst wenig kosten und sehr lange halten, die Schrift darf nicht verblassen oder ganz verschwinden, zudem soll der Sticker nicht unbedingt von jeder Amsel herausziehbar sein. Was tun, wenn es kein Tonsticker (der ja durch Frosteinwirkung "zerlegt" werden könnte) oder kein fix unter der UV-Strahlung zerbröselnder Plastiksticker sein soll? Wir verwenden seit langen Jahren selbstgefertigte Sticker aus den Materialien, die im unten gezeigten Bild sind (also keine anderen). Das Bild ist vielleicht im ersten Blick etwas überfrachtet, aber wenn Sie 2 x per Schere aktiv geworden sind, werden Sie sich der fast puristischen Beschreibung sicherlich anschließen können. Lassen Sie es überdimensional ausdrucken und folgen Sie einfach der Schnittanweisung. Das Margerine-Töpfchen muß exzellent sauber sein (Handabwasch 2x mit Spülmittel nach vorheriger Grobreinigung), sonst haftet der Edding nicht oder zerfließt aufgrund des restlichen Fettfilms auf dem Plastik. Sammeln Sie ruhig ein paar von den Töpfen, man weiß ja nie, was im nächsten Jahr getopft werden muß! Und an die kleinen Streifen kann man sich sehr schnell gewöhnen. Die Amseln haben dann das Nachsehen und Sie wissen, was im Topf ist. 

 

 P.S.: Nur dieser Edding 780 mit 1mm Spitze ist es auch.

 

 

 8.10.2014  

Hosta-Saat ernten

 

Herbstzeit ist Erntezeit, das gilt auch für Hosta-Saat.

Nach der Befruchtung durch Bienen und Hummeln und ggfs. durch des Züchters Hand reifen innerhalb von ca. 60 Tagen die Saatkörner in den Samenkapseln heran. Die Samenkapsel kann dann noch prall grün, bläulich, rötlich oder gelblich oder sogar zweifarbig sein. Wer also (selbstbestäubte) Saat vor dem Wegwehen oder Mäusen retten will, kann dies bei eintretender Gelbfärbung am unteren Teil der Kapsel tun und sie in sauberen Teeaufgußbeuteln trocken lagern. Nach ein paar Tagen platzt die Saatkapsel auf. Man kann dann die schwarzen (fertilen) von den weißen (nicht fertilen) Körnern trennen. Fühlen kann man mit der Fingerspitze den Keimling, dann ist alles o.k.

 

 

 

   

 

Pralle Samenkapseln

 

 Saat einer Saatkapsel

 

In den letzten Tagen habe ich viel Saat von Hosta geerntet und dabei einige Beobachtungen machen können. Kleine Saatkapseln (so um 1 cm Länge) haben teilweise nur 1 (!) Samenkorn beeinhaltet, ganz lange Samenkapseln viele Körner, von denen manchmal nur die Hälfte fertil war. Das ist nichts Besonderes bei Hostasorten, die insbesondere H.plantaginea als Verwandtschaftshintergrund haben und duftende und große Blüten aufweisen, wie zB. H.'Royal Standard'. Hier sind ggfs. noch erheblich weniger Saatkörner fertil. Die Samenkapsel kann ohne weiteres 4 cm lang sein, beinhaltet aber nur 3 fertile Körner, 1 infertil und alle anderen Körner werden gar nicht ausgebildet, sondern sind mickrig und klein, s. Bilder. Andere Sorten warten mit 40 Körnern auf. Die Unterschiede sind also recht ordentlich und hängen - wie immer bei Hosta - von der jeweiligen Sorte ab.

 

 (Teil einer Samenkapsel mit sehr wenig Saat. Das große Samenkorn hat ca. 1 cm Länge.)

 

Hostasaat sollte im Jahr nach der Ernte ausgesät werden, weil sie dann die größte Keimfähigkeit aufweist. Wer mag, kann sie auch in Teefiltertüten nach Sorten getrennt in geschlossener Plastikbox im Kühlschrank bei 5°C aufbewahren. Länger als 2 Jahre geht das aber nicht. Sonst hilft nur Einfrieren. Zu trocken im warmen Zimmer aufbewahren heißt auch die Keimfähigkeit extrem zu reduzieren. Samen von Sorten mit duftenden Blüten sollten spätestens 6 Monate nach Ernte ausgesät werden.

  

 16.09.2014

 

Pflegetipps zu XL- und Giant-Hostas

 

Wenn wir Hosta aus unserer Sammlung anbieten, die einmal sehr groß werden sollen, geben wir immer Pflegehinweise mit auf den Weg. Viele Neukunden können es sich nämlich nicht vorstellen, dass die sehr großen „XXL“-Hosta schon eine ganze Weile brauchen, bis sie die endliche Größe erreicht haben, also ausgewachsen sind. Dies gilt gleichermaßen für die „Giants“ wie ‘Lakeside Maverick‘, ‘Jurassic Parc‘ oder ‘Empress Wu‘, um nur drei zu nennen. Hier werden  es schon mehrere Jahre sein. Und dann nicht vergessen: optimale Pflege fördert das Wachstum. Keinesfalls sollte vergessen werden, dass diese Pflanzengrößen für ihr Wachstum einen höheren Wasser-und Nährstoffbedarf haben als normale Hosta. Vor allem in der Zeit des Blattaufbaues ist sehr viel Wasser erforderlich; besonderes Augenmerk ist dann auf die Pflanzen zu richten, die im Kübel stehen. Lesen Sie den nächsten Artikel bitte auch noch.

 

 30.08.2014

 

Hosta im August, September und Oktober – Hilfe!

 

Warum dieser Beitrag? In Gegenden mit nur geringen Niederschlägen und nach solch trockenen Zeiten in Richtung Herbst und Winter brauchen Hosta ein wenig Unterstützung von uns. Man sagt ja, dass Hosta ziemlich trockenresistent sind – ja, aber es kommt auch auf die Jahreszeit an. Wenn im Frühling der Regen ausbleibt, liegt die Vegetationsperiode noch vor dem Spätsommer und Herbst mit der Wahrscheinlichkeit des Ausgleichs.

Hosta benötigen zum Aufbau des Blattwerkes und zum Erhalt des Wurzelgeflechts viel Wasser. Zur Blühphase ist dann der Höhepunkt des Wasserverbrauches, daher mögen alle Hosta gern eine gute durchdringende Wässerung einmal in der Woche, von unten gegossen, nicht über das Blattwerk. Verbleibende Wassertropfen auf dem Blatt wirken wie Brenngläser, daher erscheinen bei unsachgemäßer  Ausführung viele kleine braune Stellen auf dem Blatt. Der braune Blattanteil wird später abgestoßen, es entsteht ein Loch im Blatt. Und die blaublättrigen Hosta gehen durch ständiges Überbrausen des Wachsanteils auf den Blättern verlustig, der ja das blaue Aussehen ausmacht, und die Blätter werden grün. Aber zurück zum Thema:

Also Gießen im Spätsommer und Herbst bei großer Trockenheit? Ja, die Pflanze muß nämlich in ihrem Wurzelwerk und vor allem in ihrem  Inneren Nährstoffe aufbauen und für das nächste Jahr einlagern. Neue Augen mit Stängel, Blättern und Blüten verlangen im Frühjahr eine Menge Kraft, und die wird im Spätherbst durch Zuckerstoffe eingelagert. Geschieht dies nicht, wird die Pflanze kleiner als im Vorjahr und kann im schlimmsten Fall sogar ganz wegbleiben. 

Treten so geschwächte Pflanzen auf, kann man ihnen aber wieder „auf die Beine helfen“:  ausgraben, die alte trockene Erde, pflanzeneigene braune Wurzeln ohne Leben und Fremdwurzeln entfernen und die Pflanze in einen ausreichend großen Topf mit  Kompost setzen, dem sogar noch ein paar Düngeperlen beigefügt sein können ( im unteren Bereich des Topfes ohne Wurzelberührung!), dann gut wässern, tauchen geht auch gut, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen, und den Topf in den Schatten stellen. Der Erfolg wird sich einstellen.
 

 20.06.2014

 

Bonsai und Hosta – eine harmonische Verbindung ?

Bonsaizucht ist eine sehr auf Zeit, Schönheit und Jahresgang ausgelegte Pflanzenzucht-Kunst aus dem fernen Osten. In zunehmendem Maße entdecken diese Pflanzenliebhaber die kleinsten Sorten

aus dem unerschöpflichen Hosta-Reich als Begleitstauden für ihre Arrangements.

Hostastauden können viele Jahrzehnte alt werden, gute Pflege vorausgesetzt. Mini-Hosta erfreuen den Betrachter mit schönem Blatt-und Blütenschmuck in gleicher Weise wie ihre großen Verwandten. Bonsai-Bäumchen erfordern sehr viel Kenntnis in der Pflege, sollen sie doch „steinalt“ werden.

Was ist zu beachten?

Pralle Sonne mögen weder Bonsai noch Hosta: zu starke Austrocknung oder Sonnenbrand wären die Folge. Bonsaipflanzen dürfen auch nicht dauerhaft im Nassen stehen. Für sie ist wegen des geringen zur Verfügung stehenden Substrates eine besondere Gießkultur anzuwenden, wie z.B. das u.U. tägliche Gießen oder Tauchen, je nach Bedürfnis der verwendeten Baumart. Auch ist die Zusammensetzung des Substrates eine besondere: es soll nur soviel Wasser und (Flüssig-) Nährstoffe aufnehmen, dass sich der Bonsai fast wie eine normale Pflanze im Jahresgang entwickeln kann. Die Bäumchen werden regelmäßig von Frühjahr bis Herbst gedüngt. Dass die Bäumchen kleiner bleiben und auch die Blätter über die Jahre hinweg kleiner werden, liegt am regelmäßigen Rückschnitt. Und immer ist für einen guten Wasserabfluß aus dem Substrat Sorge zu tragen, damit nicht etwa jahrelange Anstrengungen in kürzester Zeit zunichte gemacht werden. Der Bonsai-Entwicklung wird daher das Hauptaugenmerk zukommen.

Hosta-Wurzeln lieben es generell nicht, wenn sie dauerhaft in zu feuchtem Substrat stehen: sie faulen und die Pflanze stirbt ab. Hosta können ohne weiteres eine längere Zeit gut ohne Wassergabe auskommen. Hosta wachsen auch in Sand mit gut ausgebildeten Wurzeln, aber dann ist eine häufige Wassergabe Voraussetzung. Das Wurzelwerk ist dicker als üblich, die fleischigen Wurzeln haben mehr Oberfläche und können daher mehr vom vorbeistreichenden Wasser aufnehmen. Wurzeln der Hosta-Minis wachsen gerade nach unten und sind fast nicht als Flachwurzler zu bezeichnen. Graben Sie eine solche Pflanze aus einem Topf oder Trog aus, werden Sie sich wundern, wie lang die Würzelchen werden können. Sie können daran sehen, wie wichtig es ist, immer eine ordentliche Wasserabführung für die Kleinen zu gewährleisten. (Und keinen Torf verwenden, weil der ein Zuviel an Wasser speichert oder beim Austrocknen viel zu hart wird.)

Das Substrat mit hohen Lehm- oder Tonanteilen bei guter Wasserabführung für die Bonsai ist gleichermaßen für Hosta geeignet. Die gemeinsamen Lebensverhältnisse sind für Mini-Hosta wohl nur als „super“ zu bezeichnen, denn der aufmerksame Bonsaizüchter hat in erster Linie seine Bäumchen im Auge und wird sofort auf negative Veränderungen reagieren.

Setzen Sie die Hosta in einen kleinen Trog oder Topf aus einem besonders schönen Material, der vielleicht etwas mehr Wurzeltiefe aufweist, und arrangieren Sie ihn zu Ihrer Bonsaisammlung.

Die Schönheit einer Bonsai-Sammlung kann durch Hinzufügen von kleinen Hosta noch gesteigert werden. Allerdings sind bei der Wahl der Mini-Hosta einige Aspekte zu beachten. Einfarbige grün-, gelb- oder blaublättrige Sorten geben im Gesamteindruck dem Auge mehr Ruhe. Ist der Bonsai mehr einfarbig, wählt man die mehrfarbigen Hostablätter aus. In der Blütenfarbe bietet die Hostaworld fast nur lilafarbene Ausgaben an, „weiß“ ist eher selten vertreten.

Nun können Sie sich als Bonsaizüchter ein paar von den kleinen Hosta aus der Menge der mehr als 500 Sorten aussuchen, deren Größe die AHS (=American Hosta Society) als „mini“ ausweist. Dies bedeutet kleiner als 6 sq.in., was besagt: Fläche eines Blattes kleiner als 38,7 Quadratzentimeter. Für die spezielle Suche nach kleinen oder kleinsten Hosta wird als erstes eine vertiefende Einsicht in die einschlägige Hosta-Literatur oder genaues Studieren der Größenangaben von Hostapflanzen-anbietern nicht zu umgehen sein. Nicht nur die Blattgröße ist von Bedeutung, vor allem müssen die Angaben zur Pflanzenhöhe passen, um ein stimmiges Größenverhältnis zu den Bonsais zu erlangen. Wer ganz genau ist, müsste noch die Unterscheidung treffen, dass einmal die Höhe der Pflanze ohne und dann die Höhe mit Blütenflor abgefragt wird. Diese Angaben sind allerdings kaum vorhanden. Sie sind nur durch enge Kontakte zu den Sammlern zu bekommen, die derartige Aufzeichnungen führen oder aus eigener Erfahrung sagen können, wie hoch die Pflänzchen werden. Es ist bestimmt der Mühe wert.

Nicht ohne: Mini-Hosta können viel Geld kosten. Die Kleinen sind empfindlich, viele Sorten lassen sich nur langsam vermehren.

Die folgenden Mini-Hosta sind nicht nur schön. Jede Sorte spricht für sich. Googlen Sie unter www.hostalibrary.org und suchen Sie sich die für Ihre Zwecke passenden aus. Wir haben in der folgenden Liste auf kleine Horst-Höhen abgestellt, die Blütenstängel erreichen 10-18 cm über dem Blattwerk.

Baby Bunting

Hope

Medusa

Blonde Elf

Hush Puppie

minor

Cherish

Hydon Sunset

Ogon

Cody

Iced Lemon

Pandora’s Box

Con te partiro

Kikufurin Ko Mame

Paradise Puppet

Cookie Crumps

kikutii

Popo

Cotillon

Lakeside Down Sized

pulchella

Cracker Crumps

Lakeside Elfin Fire

Purple Lady Fingers

Craig’s Temptation

Lakeside Missy Little*

Quill (sehr wüchsig!)

Daisy Dolittle

Lemon Delight

Shining Tot

Dawn

Lemon Lime

Silver Thread and Gold Needles

Dixie Chick

Lemon Sorbet

Small Parts

Dragon Tails

Lemonade

Stiletto

Feather Boa

Limey Lisa

Surprised by Joy

Fresh

Little Caesar

Teeny Weeny Bikini

Golden Needles

Little Jay

Thumb Nail

gracillima

Little Red Joy

Twist of Lime

Hacksaw

Little Red Rooster

venusta

Hideout

Masquerade

Vera Verde*

· = mit weißer Blüte

 

 22.11.2013

 Hosta-Blüten 

Hosta erfreuen uns nicht nur mit ihrem Blattwerk. Die Blüten sind im Aufbau relativ identisch, in der Farbe kommen weiße bis dunkelviolette Töne vor, ganz neue Züchtungen aus Übersee weisen braunrote Streifen auf weißem Grund auf. In der Mitte liegt das Feld aller erdenklichen Lavendel-Farben. Viele Hostablüten duften. Diese Sorten benötigen einen sonnigen warmen Standplatz. Sie stammen meist von Kreuzungen mit H. plantaginea und haben daher weiße Blüten. Die fleißigen Blüher eignen sich auch für die Bereiche des "weißen Gartens" à la Sissinghurst. Wer an die vielen Insekten als Honigsammler denkt, schneidet die überaus reichlichen Blütenstände nicht ab.  Hosta, die des Blütenschmucks beraubt werden, sollen darauf mit großem Wurzelwachstum reagieren.

Die Hosta-Blütezeit erstreckt sich von Juni bis fast zum Frost im November.

Also im neuen Jahr darauf achten, wer die Hosta-Tankstelle anfliegt. Und schauen Sie doch mal von vorn in eine geöffnete Blüte hinein oder fotografieren Sie mit Ihrer Digitalkamera ein tolles Makrobild.

 

 

20.11.2011/06.08.2012

 Aussaat

Aussaaten sollen bei Einsatz von 30.000 Samenkörnern dem Hörensagen nach eine tolle neue Sorte hervorbringen, wenn die Bienchen befruchten konnten, was sie wollten. Wenn Sie sich der Mühe unterziehen wollen und die Geduld aufbringen, ungefähr 5 Jahre bis zum Erwachsensein auf die Pflänzlein aufzupassen, nehmen Sie möglichst nur schwarze Saatkörner von Sorten, die besonders auffällig in Blattwerk oder -struktur sind oder vielleicht tolle Blüten aufweisen. Der größte Teil der keimenden Pflanzen wird sich wieder nach der in der Natur vorherrschenden Farbe Grün als Blattfarbe entwickeln, nehmen Sie Saat von gestreakten (unregelmäßig gefärbten) Hosta, können auch Pflanzen mit entsprechenden Blättlein dabei sein. Ob das denn auch so bleibt: Geduld ist wie gesagt bis zu 5 oder 6 Jahren erforderlich. Aber manchmal sind doch schöne Pflanzen aus Saatgut herangewachsen, die nach dem Befinden des Betrachters  auch im Garten bleiben können. (Schauen Sie noch unter Hosta-Turbo nach.) Professionelle Züchter kreuzen Pflanzen mit besonderen Eigenschaften gezielt und mit viel Aufwand.

 

 Was ist ein „Sport“, was Meristemvermehrung? (s. auch unter "lesens+wissenswert" - weitere Angaben)

Aus einer Pflanze mit völlig grünem Laub (z.B.: Sorte ‚Joseph‘) wächst ein Trieb mit einem Blatt, das einen breiten weißen umlaufenden Rand hat. Das ist ein Sport.

Dieses Blatt nimmt der Züchter, geht damit zu einer Institution, die Meristem-Vermehrung vornimmt. Dort wird das Blatt unter strengsten Anforderungen an Sauberkeit und Desinfektion in viele Teilstücke geschnitten. Diese Teile werden in ein spezielles Nährgel gesetzt und können bei schön warmen Temperaturen und viel Licht Würzelchen bilden. Das ist Meristemvermehrung. 

Sind die Jungpflanzen ausreichend bewurzelt und groß genug geworden, topft man sie in gut gedüngtes und gewässertes Substrat. Dann werden die so gewonnenen Pflanzen für mehrere Jahre beobachtet, ob sie auch stabil in der äußeren Erscheinung bleiben, ob sie gut wachsen, wie die Blüte aussieht, wie die Wachstumsphase im Jahr liegt, wie groß die Pflanzen werden etc.. Bleiben sie gut, werden sie wiederum über die Meristem-Vermehrung vervielfältigt, erhalten einen Namen (in diesem Beispiel: Sorte 'Queen Josephine‘) und kommen dann nach Erreichen einer Mindestgröße auf den Markt. Zu Anfang werden sie sehr teuer sein, weil es noch nicht so viele Pflanzen gibt; nach ein paar Jahren können die Preise nachlassen.

 

 wichtige Pflanztipps nach dem Hosta-Kauf

Habe ich neue Hosta gekauft, egal aus welcher Quelle, nehme ich die Pflanze immer aus dem Topf heraus und schüttele die Erde total ab. So werden der Wurzelballen und die einzelnen Wurzeln dahingehend kontrolliert, ob sie alle weißgelblich und fest sind, ohne braune oder schwarze Faulstellen; diese Stellen werden abgeschnitten, zu lange Wurzeln eingekürzt. (Und, das darf man ja auch nicht vergessen: ob sich vielleicht ja nicht doch eine Schnecke mit einschleichen will…)

Anschließend kommt die Pflanze in einen eigenen Topf mit Komposterde, und etwas gekörnten Depot-Dünger oder ein wenig Hornspäne gebe ich auch noch hinzu. Die Düngergabe erhält auch die Pflanze, die ihren neuen Platz im Beet findet.

 

 Trockenresistenz

Ohne nennenswerte Schäden halten sich Hosta in leicht beschatteter Lage auch längere Zeit ohne Gießen oder Regen in guter Form.

 

 Einfuhr aus Übersee

Wer die ganzen tollen Hosta auf der Internetseite der „hostalibrary.org“ angesehen hat, möchte sie natürlich auch alle haben. Schön und gut. Die in Europa gezüchteten Pflanzen sind relativ einfach zu bekommen, aber Hosta aus Übersee haben einerseits einen langen Weg vor sich – Expressversand wäre anzuraten, ist aber extrem teuer. Dann die Kalamität: nicht alle Züchter versenden nach Europa; wenn sie das tun, muss der Sendung ein Gesundheitszeugnis aus Übersee beigefügt sein – dieses bezahlt auch der Besteller, und schließlich möchte dann der deutsche Zoll noch die fälligen Steuern. Es dürfte ein hübsches Sümmchen an Nebenkosten fällig sein, bevor man überhaupt eine Pflanze in Händen hält.

 

 Namen

Wer sich eine Hosta kauft, sollte immer eine Pflanze mit Namensschild erwerben und dieses Schild auch gut aufbewahren. (Die Schilder „Hosta in Sorten“ sollte der akkurate Sammler meiden.) Meist bleibt es ja nicht bei einer Hosta, und wir haben es schon oft erlebt, dass die Kenntnis über den Bestand nicht so gut ausgeprägt war. Also: Liste aufstellen und mitnehmen. Ärgerlich, wenn man nicht weiß, welche Sorte man schon hat. Der Gang zum Gärtner oder zum Garten-Event kann also effektiver gestaltet werden.

 

 

05.12.2011

 Hosta-Walk - was ist das?

 

Der Hosta-Walk ist die englische Bezeichnung für einen  Gartenweg, der beidseitig von einer Rabatte aus Hostapflanzen verschiedenster Arten und Sorten eingerahmt wird. Der Weg kann gerade oder gebogen sein, je nach den Gegebenheiten des Gartens.

 Woher stammt diese Bezeichnung?

Der „hostawalk“ geht auf den englischen Züchter Eric Smith (1917-1986) zurück, der als Chefgärtner von Hadspen House in Dorset, Grafschaft Kent, im Süden Englands, tätig war. Er legte beiderseits eines Weges Beete zur Zucht seiner Hosta-Kreuzungen (mit den tardiana-Züchtungen in den 1960-1970ern) an und konnte so das Wachstum der Pflanzen vom Weg aus besser beobachten.

Das besondere Verdienst von Smith: er nutzte die Laune der Natur und kreuzte eine spätblühende Hosta tardiflora mit einer außerhalb ihrer Blühzeit erblühten Hosta sieboldiana. Die ausgesäten Samen brachten die wunderbare blaublättrige tardiana-Gruppe hervor, die Sorten wie Blue Blush, Blue Danube, Blue Wedgwood u.a.m. beinhalten. Viele der charakteristischen elterlichen Merkmale finden sich in der Gruppe wieder.

Der hostawalk wurde von den jetzigen Besitzern von Hadspen House zur Erinnerung an den erfolgreichen Züchter beibehalten.

 

19.06.2012 

 Pilze und Hosta

Sie werden sich fragen, was Pilze im Garten mit Hosta zu tun haben. Pilze gibt es wohl in jedem Garten, sie werden mit Rindenmulch eingetragen oder kommen als Sporen einfach zu uns in den Garten, um dort ihren Beitrag zum Stoffkreislauf zu leisten. Sie zersetzen leblose botanische Masse, sei es ein Ästchen oder ein ganzer Baumstamm, der längs auf dem Boden liegt. Oder sie sind als Pilz wie Rotkappe oder Marone oder Fliegenpilz einfach nur schön und begeistern das Auge. Schön, sagen sich auch die Schnecken, auf zur Mahlzeit: Sie werden es schon bemerkt haben: Schnecken mögen sehr gern Pilze – und hier ist dann auch die Verbindung zu unseren Hosta, die mögen sie ja auch. Wenn Sie also Pilze im Garten zertreten oder einfach abbrechen und nicht mitnehmen, werden in der Nacht die Schnecken kommen, weil Pilze so gut riechen, und dann ihre Mahlzeit einnehmen. Auf den Kompost sollten Pilze daher nicht, sondern in die Mülltonne. Dann leisten Sie keinen Vorschub zum Schneckenzuzug. Ihre Hosta werden es Ihnen danken.

 

06.08.2012

 Schneckenzange

Klar, die schleimigen Garten-Mitbewohner faßt niemand gern mit den Fingern an. Wir haben neulich im Gartencenter eine Schneckenzange (aus grünem Kunststoff) erstanden. Tolle Idee, nur sollte nach dem Einsatz die Schneckenberührungszone mit den Noppen im Dauer-Wasserbad landen (z.B. der Rand der Regentonne). Sonst geht der Schleim wohl nie ab...

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