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 Hosta kreuzen

 18.11.2017

  Es ist zugegebenerweise etwas spät mit diesem Hinweis, aber für das nächste Jahr vielleicht hilfreich bei der Auswahl von Hosta zur eigenen Zuchtauswahl oder Abnahme von Saat, die die
  Bienen initiiert haben: Suchen Sie sich Sorten aus, die möglichst früh im Jahr Blätter ausbilden (z.B. unsere neue H.'Number Nine' - ansehen auf www.hostalibrary.org) und dann möglichst
  lange, d.h. bis fast zum Frost hin, ihre Blätter behalten - auch mit dem entsprechenden kräftigen Grün und fester Blattsubstanz.
  Es bieten sich u.a. an H.'Mikawa No Yuki' und H.'Gran Marquee' sowie H.'Paradise Joyce' - und für andere Sorten machen Sie doch noch einen Rundgang im Garten...

 

            

 
  Die v.g. Sorten liefern schöne Sämlinge, die Saatanzahl ist relativ hoch, es ist allerdings darauf zu achten, dass die Saat in der Schote ausreifen kann. Schwarze Saatkörner weisen auf gute
  Qualität hin. Also, bis die Kapseln braun werden, so lange sollte man schon warten oder bis kurz vor dem Aufplatzen der Saatkapseln. Wer Probleme mit Mäusen hat, die gern die
  Samenkörner auffressen, muß zu den Organzasäckchen ( s.u.) greifen.

 

18.10.2017

 Es gibt immer etwas zu berichten, um Hosta-Sammler zu Hosta-Züchtern zu animieren. Hier nun ein paar Beispiele, die im Prinzip jede/r mit Saatgut aus dem eigenen Garten nachmachen
 kann. Wichtig - und darauf ist immer hinzuweisen - keine grüne Saatkapsel ernten, nur weil man zu neugierig ist und nicht abwarten kann, bis selbige braun wird und anfängt, aufzuplatzen!
 Sie holen sich dann zwar schwarze Saatkörner ins Haus, aber die sind noch weich(!!!) und der Keimling ist nicht ausgereift. Das bedeutet ein Jahr Verlust - sofern man die Partner im
 nächsten Jahr überhaupt wieder zur gleichen Zeit in Blüte zur Verfügung hat. Nehmen Sie sich also Zeit und so ein Organza-Säckchen, und sichern damit die Saatkapsel. Dann kann Ihnen
 dies hier nicht passieren:

 

Die Mäuse kommen förmlich über Nacht; gestern waren die Saatkapseln noch da!

 

 

  Haben Sie Saatkapseln ordentlich geerntet und freuen sich auf eine reiche Ernte (= viele Saatkörner), kann Ihnen bei großen und kleinen Kapseln jede Form der Überraschung ins Haus
  stehen: es steht an der Saatkapsel nicht dran, wieviele Samenkörner sie enthält. Das können bei H.'Shining Tot' ganz viele sein trotz der kleinen Kapsel - die Saat ist daher auch sehr klein,
  oder Sie finden bei einer 5-cm-Kapsel von H.'Sweet Susan' man gerade 4 Körner mit Keimling und jede Menge weiße, nicht ausgereifte Saat vor. Hier ein anderes Beispiel:
 

 

 

  Nach Überwindung aller Anfangsschwierigkeiten erhält man nach einiger Zeit wunderbare neue Pflanzen, die alle Mühe vergessen lassen, und für das nächste Jahr einen
  Vorgeschmack auf einen schön gefüllten Topf mit Blättern, die es im Hosta-Reich vorher noch gar nicht gab. So ist die Freude groß, besonders, wenn aus einer Saatkapsel so
  unterschiedliche Pflanzen erwachsen:

 

 

   

festes fast glänzendes Blatt

 

Blatt lanzettförmig gewellt


 

 

 

  05.07.2017
  Die Hosta-Blüten-Saison hat angefangen.
Wer kreuzen möchte, sollte es jetzt tun. Wer später im Jahr Partner zusammenführen möchte ( die Blühzeiten der Hosta sind unterschiedlich,
  manche blühen bis fast zum Frost!), sollte sich jetzt Pollen dafür sichern. Wie? Am sichersten mit Hilfe von Organza-Säckchen, die man am Tag vor der Abnahme des Pollens über eine noch
  geschlossene Knospe streift, also eine, die am nächsten Tag zur Blüte wird. Warum dies? Wer die Blüte ohne diesen Schutz öffnen läßt, läuft Gefahr, dass sich Insekten auf der
  Blüte niederlassen und Pollen unbekannter Sorten "mitbringen", also Pollen, den man bei einer bestimmten Kreuzung gar nicht haben will.

    Abnahme des Pollens von der geöffneten Blüte am nächsten Tag



15.11.2015

 Nun ist Schluss – Saaternte 2015 abgeschlossen!

 

Die vielen Stunden der vorgenommenen Kreuzungen sind nun von der Saaternte gekrönt! Alles hat nicht geklappt, dafür gab es auch ein paar nette Überraschungen. Auch für 2015 können wir von einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis berichten.

Wer sich noch nicht lange mit der Kreuzung von Hosta befasst, wird ein paar Erfahrungen gemacht haben, deren Auswertung im neuen Jahr zu besseren Ergebnissen führt. Wichtig ist nach wie vor, Saat nicht zu früh von der Pflanze zu nehmen! Die nicht ausgereifte Saat ist braun und weich. Die Kreuzungsanstrengungen sind als misslungen zu bezeichnen. Schade, weil immer ein ganzes Jahr nun verloren ist. Man muß seine Neugier schon im Zaum halten bei der Nachschau, ob eine Kreuzung erfolgreich war oder nicht. Und es ist ja nicht immer so, dass die Kreuzungspartner im nächsten Jahr wieder zur gleichen Zeit oder überhaupt blühen (dieses Jahr war ein sehr unausgeglichenes Jahr, sonst beständig blühende Sorten wollten nicht).

Es ist immer wieder ein mit Spannung erwartetes Erlebnis, abgenommene Saatschoten auf gute Saat hin zu untersuchen. Bei ganz besonderen Kreuzungen sollte man sich aufschreiben, wann die Kreuzung vorgenommen wurde und dann nach frühestens 6, besser nach 10, Wochen schauen, wie sich die Saatschoten entwickelt haben. Die Saat ist dann reif und man braucht nicht das Aufplatzen der Saatschoten mit dem eventuellen Verlust der Samenkörner befürchten.

Es gibt große Schoten, die viele Saatkörner beinhalten (H.‘Brutus‘, H.‘Empress Wu‘), aber auch Sorten, die nur widerwillig oder keine Saat ansetzen (H.‘invincible‘). Wer die Saatschoten von H.venusta prüft, wird auf viele gute Saatkörner stoßen, ebenso bei H.‘Shining Tot‘ – das gilt im Prinzip auch für deren Kreuzungen mit anderen Sorten. Selbst wenn viele Saatkörner in der Schote sind, heißt das noch lange nicht, dass sich auch ausreichend entwickelte Keimlinge darin finden. 

 

 

Manchmal reicht der Fingertest nicht aus. Eine Lupe bringt viel bessere Auslese-Ergebnisse. Der Aufwand lohnt schon, wenn man sich überlegt, dass manche Kreuzungen nur wenige Saatkörner mit gutenwickeltem Keimling hervorbringen, Zahlen von 3 – 8 pro Schote sind keine Seltenheit.

 

nur 5 gut entwickelte Saatkörner und viele nicht weiterentwickelte Embryonen

 

Was passiert nun mit der geernteten Saat?

 1.       Wer sich mit dem Jahresgang anfreundet, sät die Körner ab April aus.

 2.       Wer es schneller möchte, kann auch im Zimmer mit Kleingewächshaus ab jetzt anfangen, muß aber dann die aufgelaufenen Sämlinge mit einem sog. “Langtag“ beleuchten
          (künstliche Beleuchtung mit Lampen, die 5600°K = Tageslicht abstrahlen) und sollte sich genauer über das Prozedere informieren, zumindest mit einfachen Sorten anfangen.

 3.       Wer die Saat aufheben möchte, sollte sie kühl in einer geschlossenen Box (in der Gemüseschale des Kühlschranks) aufbewahren. Das geht dann für ca. 2 Jahre gut, sonst ist Einfrieren der einzig richtige Weg.

 

 WICHTIG:

Werden Hosta-Saattüten zu warm bei Zimmertemperaturen offen gelagert, trocknet die Saat aus und verliert nach spätestens einem Jahr an Keimfähigkeit. Nach 2 Jahren keimt kein vergessenes Saatkorn mehr!

 

                                 Wir verwenden zur Aufbewahrung der Saat mit sehr gutem Erfolg Knäckebrotboxen, die sind platzsparend, es passen ca. 80 – 100 Saattütchen hinein. 

Noch ein Wort zu den Saattütchen:

 Im Internet werden günstig Tütchen aus Pergamin angeboten. Am Pergamin kann noch feuchte Saat festkleben – sie sind daher nicht zu empfehlen.
Tüten aus normalem weißem Papier (6,5 x 9 cm) sind die bessere Wahl; mit etwas Suchen findet man auch einen gleichen oder ähnlichen Preis.

 

Wir berichten über unsere eigenen Erfahrungen; andere Züchter /innen werden eigene Wege gehen und auch die für sie optimale Aufbewahrungsart der Saat und den für sie geeigneten Aussaatzeitpunkt wählen.

 

Literatur und Hinweise aus dem Internet sind häufig (nur) auf Englisch zu erhalten. Wir möchten mit unseren Darstellungen einen möglichst großen Kreis von Hostaliebhabern ansprechen.

 

Hostazucht als ein Zweig der Beschäftigung mit dieser außerordentlich vielgestaltigen Schattenpflanze reizt schon ein wenig mehr als „nur“ die reine Ansammlung von Pflanzen. Wer also über einen vielzahligen Bestand verfügt, sollte sich doch mal fragen, ob er/sie das mehrjährige Wagnis eingehen will, eigene Sorten zu züchten. Der Erfolg stellt sich sicherlich ein. An einem Erfahrungsaustausch nehmen wir gerne teil.

 

                                                                          Bei der American Hosta Society ist unsere erste Hostazüchtung 2015 angemeldet: Hosta 'Number Nine'. Derzeit in TC-Vermehrung.

 

 

 

Hosta – Saat beurteilen

Es ist immer wieder erstaunlich, dass es Themen zu Hosta gibt, die einer „never ending story“ gleichen. So also zur Hosta-Saat wiederum einige Ergänzungen. Aus unserem Bildervorrat ergab sich die Zusammenstellung, die einen Einblick in die Welt des Möglichen geben soll. Hosta machen ja nicht immer das was wir Menschen gerne hätten.

 

 

Bild 1: Eine Saatkapsel von ca. 5 cm Länge mit einem großen weißen Samenkorn und vielen kleinen Körnchen, die aber nicht groß geworden sind

Dies ist die Darstellung einer Samenkapsel, die für Hosta aus dem Bereich der duftenden Blüten steht. Arten oder Sorten, die mit H.plantaginea gekreuzt wurden, liefern häufig derartige (schlechte) Saatergebnisse ab. Die Saat ist nicht vollständig ausgebildet und zudem nicht fertil (=unfruchtbar). An der Größe der Saatkapsel ist der Inhalt nicht zu erkennen. Die Überraschung folgt also spät. Weiße Samenkörner sind nicht fertil, also im wahrsten Sinne umsonst produziert. Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass im nächsten Jahr ein anderer Kreuzungspartner gesucht wird. Manchmal sind die Bienen hilfreicher.

Bild 2: Eine kleine Saatkapsel von ca. 1,5 cm Länge mit nur 4 ausgereiften Samenkörnern und einigen Kleinstkörnchen, die im frühen Stadium nicht weiter gewachsen sind

Kleine Hostasorten produzieren entweder relativ große oder angemessen kleine Saatkapseln. Bei den letzteren ist der für die Entwicklung stehende Raum natürlich sehr begrenzt mit der Folge, dass nur wenige Körner richtig ausreifen können. An einer Pflanze reifen Saatkapseln mit unterschiedlichen Kornzahlen heran, weil davon auszugehen ist, dass jede Saatkapsel von einer anderen Elternschaft herrührt (gehen wir von der Insektenbestäubung aus), selbst wenn der Mensch Pollen einer „Vater“-Pflanze auf diverse Blüten der „Mutterpflanze“ überträgt, ist diese Entwicklung möglich. In diesem Beispiel liegen reife große Saatkörner vor.

Bild 3: Die Saatkapsel von H.‘Purple Lady Fingers‘

Diese Hostasorte öffnet die Blüten nicht mit der Folge, dass sich auch keine Saat ausbilden kann, weil ja keine Befruchtung erfolgte. In diesem Jahr haben wir kleine Öffnungen zwischen den Blütenblättern entdeckt, die vielleicht Kleinstinsekten anlockten und es doch zu einer Befruchtung kam. Aber wir sind skeptisch: die Samenkapsel ist gerade 0,8 cm lang. Allerdings ist der Blütenboden recht verdickt und nun warten wir mal ab.

Bild 4: Kleine Samenkapseln, die überhaupt keine ausgereiften Samenkörner enthalten

Hier gibt es diverse Möglichkeiten:
a) die Saatkapseln wurden viel zu früh abgenommen
b) die Sorte bildet überhaupt keine reifen Samenkörner aus
c) die Sorte war wegen ungeeigneten Bestäubungspollens nicht in der Lage, reife Saat zu bilden
d) die Pflanze wurde nach der Bestäubung nicht ordentlich gegossen. Dies stellt häufig ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Wichtig ist immer eine ordentliche Wasser- und Nährstoffversorgung in der Zeit der Saatbildung. (In warmen Sommern hat nicht jeder Züchter darauf ein entsprechendes Augenmerk: Grillen, Baden, Urlaub… Wir nehmen uns da nicht aus. Man lernt ja immer dazu.)
Die Auflistung dürfte nicht abschließend sein.

Bild 5: Saatkapseln mit unterschiedlicher Färbung in Grün und Gelb

Wie schon beschrieben ist davon auszugehen, dass in jeder Hostablüte unterschiedliche  Elternkonstellationen vorliegen, ergo: nur die Bienen wissen, wen sie mit wem gekreuzt haben. Folglich wachsen die Samenkörner nur nach den Angaben aus den Chromosomen der Eltern heran, mal schneller, mal langsamer. Entsprechend unterschiedlich ist der Reifegrad, erkenntlich an den verschieden Farben. Dies ist wichtig zu wissen, wenn man die Saat nach gezielter Kreuzung ernten möchte. Man muß also öfter bei diesen Mutterpflanzen nachschauen, ob die Saatkapseln denn schon bräunlich werden und aufzuplatzen beginnen.

Bild 6: Neun leere Saatkapseln von H.‘Shining Tot‘ mit nicht fertiler (in der Mitte) und fertiler Saat (unten, schimmert hell an manchen Stellen, an denen die dicken Saatkörner beim Fotografieren im Licht lagen)

Diese Hostasorte ist von Züchtern ein gern genommener Kreuzungspartner. Die glänzende Blattoberfläche und die geringe Größe dieser Mini-Hosta stellen Vererbungseigenschaften dar, die sich gut mit anderen Sorten „mixen“ lassen. Die Saathäufchen des Bildes stammen aus den Kreuzungen von Bienen und sind daher als zufällige Ergebnisse zu werten. Es ist nicht erstaunlich, dass das Ergebnis etwa 50:50 bei der Fertilität ausfällt, kann aber deutlich darüber liegen.

 

  Hosta-Saat

Jeder Züchter erwartet von seinen Kreuzungsversuchen sehr gute Saat-Ergebnisse. Hosta „ticken“ da ganz anders:

·         Nicht jede durch Menschenhand oder Insekten befruchtete Samenkapsel liefert eine ihrer Länge vermutlich entsprechende Saatkornanzahl.

·         Es sind nicht alle in der Samenkapsel angelegten Samenkörner reif (=schwarz oder dunkelbraun) geworden. Ganz viele Samenkörner sind nur weiß und weich (=nicht fertil).

·         Es gibt gar keine Samenkörner in der Samenkapsel.

Natürlich treffen diese Saat-Ergebnisse immer auf gerade die Kreuzungen zu, auf die man die größten Hoffnungen gesetzt hat – also der typische „Denkste-Fall“, wie sonst auch im Leben. Aber im nächsten Jahr kann man die Kreuzung ja wiederholen, wenn es zu der Zeit nicht in Strömen regnet oder ausnahmsweise die Sorten mal gar keine Blüten ansetzen oder nur eine Sorte Blütenstängel treibt und die andere schon verblüht ist. So einfach ist es also mit dem Hosta-Kreuzen denn wohl doch nicht. Doch zurück zur Saat.

Zurzeit regnet es viel (Oktober 2015) und die Saatkapseln hängen noch an den Pflanzen, sind nass und jeder Züchter hat Angst um seine Saat-Kreuzungsergebnisse: sie könnten ja verfaulen. Aber Gemach: auch in der Natur regnet es und die Saat muß bis zum Frühjahr draußen bleiben. Es gibt daher keinen Anlass zur Sorge, sie verfault nicht. Es bleibt also ruhig trockenes Wetter abzuwarten und dann nachzuschauen, welche Saat abgenommen werden kann.

   

Zu den Abbildungen:
In der oberen Reihe zeigen wir Saat von Eigenzuchten der letzten Jahre, die in den nächsten Jahren auch als Pflanzen auf den Markt kommen werden. 
In der unteren Reihe ist Saat zu sehen von H.'Lakeside Elfin Fire', H.'Brutus', H.'Moerheim', ganz rechts H.'Sky Dancer'.
Die aufgeplatzte Saatkapsel einer Eigenkreuzung von H.'Blue Cascades' x H.'Shining Tot' hat leider nicht mehr als 4 keimfähige Samenkörner enthalten. Die Samenkapseln von H.'Blue Cascades' sind auch nur so groß wie die von H.'Shining Tot', gehören also zu den kleineren Ausgaben. Wir wollten die von uns aus den USA "an Land gezogene" blaue gewellte Sorte mit der kleineren grünen kreuzen, um einerseits das gewellte Blatt zu erhalten, andererseits die Pflanzengröße verkleinern und vielleicht die glänzende Blattoberfläche von H.'Shining Tot' mit einbringen. Das Ergebnis wird sich erst nach Aussaat und 2- bis 3 jähriger Kultur der F1-Generation zeigen. Um mehr Samenkörner zu erhalten, empfiehlt es sich, mehrere Krezungen an einer Pflanze mit dem gleichen Pollen der Zweitpflanze durchzuführen.

Generell noch ein paar Hinweise:

Hosta-Saat benötigt nach der Bestäubung der Blüte bis zur Ausreifung zwischen 6 und 10 Wochen. Nach dem Ansetzen des Saatkörpers schwillt dieser an, verbleibt in der Größe und Farbe (!) bis sich durch Veränderungen der Oberfläche die ersten Anzeichen der Reife melden: die einzelnen Saatkörner sind dick geworden und geben der Saatkapsel ein besonderes Relief. Nun sind noch einige Tage abzuwarten, bis sich die Farbe der grünen, roten, braunen, gelben, blauen, gepunkteten oder gestreiften Saatkapsel nach den ersten kalten Nächten in ein helles Gelbbraun verändert. Nun heißt es aufpassen, besonders, wenn es trocken ist, denn dann werden die Saatkapseln bald aufplatzen und die Saatkörner in die Umgebung entlassen. Das kann innerhalb weniger Tage schnell geschehen – öfter kontrollieren ist ratsam in den Gartenrundgang einzuplanen. Platzt die Saatkapsel am unteren Ende auf, ist sie komplett mitzunehmen und in ein mit dem Namen der Kreuzung beschriftetes Tütchen oder Briefumschlag zu geben, damit sie dort austrocknen und die Saatkörner gänzlich freisetzen kann. (Ohne akkurate Aufbewahrung geht es nicht, wenn man mehrere Kreuzungsprodukte über den Winter einlagern will.) Die Saat wird komplett kontrolliert: nicht mit einem Keimling ausgestattete Saat wird entsorgt. Die erfolgversprechenden Körner kommen mit der Tüte in eine verschließbare (!) Plastikdose, die in den unteren Bereich des Kühlschranks gestellt wird oder sie wird eingefroren. Saat bei Zimmertemperaturen und trocken aufbewahren führt zu einem schnellen Verlust der Keimfähigkeit (weniger als 2 Jahre!). Im Kühlschrank kann die Saat gut bis zur Frühjahrsaussaat und noch länger verbleiben. Ab Lagerzeit von 1 Jahr aufwärts bietet sich aber Einfrieren an. In den USA sind tiefgefrorene Saatkörner nach Jahren noch keimfähig gewesen und haben Pflanzen ergeben.

 

 Unter Hosta-Splitter finden sich noch weitere Angaben und erläuternde Bilder zur Hosta-Saat.

 

 

 Wie markiere ich meine durchgeführten Kreuzungen an der Pflanze ?
 

Seit längerer Zeit suchte ich nach wetterfesten beschreibbaren Schildchen, um durchgeführte Hosta-Kreuzungen zu markieren. Üblicherweise werden dazu kleine Preisschildchen aus dickem Papier mit Bändchen verwendet. Als ich sie an einem Wochenende brauchte, konnte ich auf die Schnelle keine kaufen. Dann kam ich auf folgende Idee:

Eine leere Margerinebox wurde nach Reinigung in Streifen geschnitten, so dass gerade noch eine Lochung mit dem Bürolocher möglich war und so lang, um den Namen der Pollenspenderpflanze aufschreiben zu können. Dann wurde mit einem ca. 16 cm langen Nähgarnfaden eine Schlaufe durch das Loch gezogen. Brille, Pinzette und eine ordentliche Portion Geduld waren dazu vonnöten. Aber es hat dann gut geklappt; eine richtige Schlecht-Wetter-Arbeit.

Dann hatte ich herausgefunden, dass der abgebildete Gärtnerbleistift eine fetthaltige Schreibmine enthielt, deren Schrift – so wie es sein soll – weder durch Sonneneinstrahlung ausgebleicht noch durch Regen abgewaschen werden kann. Der aufgeschriebene Name kann nach Gebrauch wieder durch Reiben mit Daumen und Zeigefinger entfernt werden; wenn man sich vorher kräftig an die Nase fasst und ein wenig Hautfett mitnimmt, geht das sogar noch besser. Der Anhänger hält mit dem Nähgarnfaden wohl 3 Saisons durch.

 

 

       

leere Margerinebox und Schreiber

 

Schildchen fertig mit Namen und Schlinge

 

vor und nach Verwendung

 

 Perspektiven bei der Hosta-Züchtung

 

Angesichts der ca. 8500 bestehenden Sorten drängt sich die Frage auf, wohin die Reise bei der Züchterei mit Hosta-Sorten geht. Es gibt die den Arten der Natur am verwandtesten grünblättrigen gezüchteten Sorten, dann die gelbblättrigen und blaublättrigen und alle dazwischenliegenden gestreakten und die wenigen mit Zeichnung im Blatt. Von Super-Mini bis Super–XXL lassen sich alle Größen finden. Wer duftende Blüten sucht, wird unter den plantaginea-Abkömmlingen fündig. Wer mag, kann glänzende Blätterformen sammeln, oder ganz lange dünne, gekräuselt oder auch nicht. Auswahl schier ohne Ende – kaum eine andere Pflanzengruppe bietet auch in der intensiven Bezüchtung eine so große Vielfalt.

Wer der Hostamania erst einmal verfallen ist, möchte mehr und noch mehr, von allen Sorten in allen Farben und allen Größen und und und, tja, und wer dann noch mehr will, beginnt selbst mit der Aufzucht kleiner Sämlinge. Aber glauben Sie man nun nicht, dass es sofort mit den Super-Ergebnissen losgeht: jeder bezahlt Lehrgeld in Form von sehr viel Zeiteinsatz und Motivation. Man sagt ja, dass bei 30.000 Sämlingen nur eine wirklich gute neue Sorte dabei ist! Das motiviert natürlich, selber ein wenig „Biene zu spielen“ und nun die Sorten miteinander zu kreuzen, die der Wahrscheinlichkeit nach die besten Gene für rote Stängel oder Parfümduft zusammenbringen und als Nachkommen nicht nur schnöde grünblättrige Pflanzen produzieren. Es gilt hier so oft: die Bienen können es besser! Manche (leider von Menschenhand doch nicht richtig befruchtete) Blüte fällt ab, es bildet sich keine Samenstand aus. Nach der Keimung der Samen kommt aber noch die mehrjährige Phase des Beobachtens, bis die neue Sorte ausgewachsen ist und als erwachsene Pflanze blüht (also locker 4 - 6 Jahre). Wesentliche Grundlagen des Tuns sind Erfahrung und Geduld bei erfolgreichen Züchtern. Sie berichten über ihre Ergebnisse dann in den einschlägigen Internetforen. Und da kann man als relativ Außenstehender schon fast neidisch werden. Neuere Züchtungen bringen dunkelrote oder braunrote, gar schwarze (!) Blütenanteile in die sonst eher einseitige Farbskala von dunkellila über Fliedertöne nach weiß.* Die Vielfalt der Sorten ist beliebig zu ergänzen: rotstängelige Blätter, bei denen das Rot bis weit in das Blatt hinaufgeführt ist – oder das Ganze statt rot in lila wie bei H. ‚Blue Blush‘. Nicht zu schweigen von den gleichen Farbnuancierungen bei den sich nach der Blüte ergebenden Samenständen. Alles tolle Neuschöpfungen, die nach zielorientierter Züchterarbeit in Zuchtlinien entstanden sind. Und kein Ende in Sicht! Wenn man sich überlegt, dass es nur um die hundert Arten gibt, aus denen die Tausenden von Sorten entstanden sind, kann man nur weiterhin neugierig bleiben. Im Prinzip beinhaltet jeder Samen so viele Gene, dass jedwede Kombination von Wuchs, Farbe und Blütenfarbe möglich erscheint und das Sammelgebiet eigentlich nicht ruhig erscheinen lässt. Da hilft nur weiter: neugierig bleiben und die Neuerungen verfolgen – auch in 2015 und Folgejahren!

 

 * Entweder noch in 2015, sonst in 2016, werden wir Bilder mit gelben Hosta-Blüten zeigen. Also erst 2016!

  Das sind die Knospen von H.'Miracle Lemony', die erste Hostasorte mit gelben Blüten.
                                                                             In 2015 haben es die kleinen Pflanzen nicht mehr bis zur Blüte geschafft. Aber 2016 werden wir Ihnen die ersten gelben Blüten in Deutschland zeigen können. Hostablüten rücken immer mehr ins Visier der Hostazüchter. Wir werden sehen, was sich mit solch einem Zuchtstamm machen läßt und berichten.

 

 

 25.04.2015

 Vorsorge treffen – Pflanzenkauf jetzt gezielt organisieren…

 

In verschiedenen Beiträgen erfolgten Anmerkungen über das Kreiren neuer Hostasorten und dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass sehr viele auf dem Markt gekommene neuen Sorten „nur“ Sports schon bestehender Hosta sind, also andersfarbige oder anders als die Mutterpflanze ausfallende Triebe, die dann bei erfolgversprechender Vermarktung in die Meristemvermehrung gehen.

Neue Sorten selber züchten ist ein anderer Schnack: wer dies tun will, muß sich vorher überlegen, welche Eigenschaften der Mutter-und Vaterpflanzen vermengt werden sollen, wie da sind: gelbe Blattfarbe, schlanke oder runde oder gehämmerte Blätter, rote Stängel, Kleinwuchs u.a.m.

Angesichts der Vielzahl der vorhandenen Sorten kann das schon schwierig werden. Daher für Ernsthafte ein paar Tipps, die in Züchterkreisen bekannt sind. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die Genvielfalt bei Hosta unerschöpflich erscheint und somit die Kreuzungen immer wieder neue Resultate bringen. Erst wenn die Jungpflanzen ein Alter von 3 – 4 Jahren erreicht haben, lässt sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sagen, wie stabil das Aussehen ist.

Hosta treiben Blütenstängel mit vielen Blüten, man benötigt immer nur eine Pflanze pro Sorte für die Kreuzung, sei es als Pollenspender oder als späterer Saatkornträger, aber eben zwei Sorten.

Um Kreuzungspartner auszusuchen, ein paar generelle Tipps:

H.‘Shining Tot‘ als Pollenspender vererbt den Kleinwuchs
(H.‘Little Black Scape‘ = (H.‘Sum & Substance‘ x H.Shining Tot‘)

H.‘June‘als Pollenspender bringt gelbblättrige Sämlinge hervor


bringt man Pollen auf die Blütenorgane der folgenden Sorten auf, gelten u.a. diese Randbedingungen:

H. hypoleuca bewirkt die weiße Blattunterseite auch bei den Nachkommen

H.‘Galaxy‘ gibt das unregelmäßig gefärbte (gestreakte) Blatt an viele Sämlinge weiter

H.‘One Man’s Treasure‘ vererbt die roten Stängel

H.plantaginea –Nachkömmlinge weisen duftende Blüten auf.

Die Eigenschaften ähnlicher Sorten können bei analoger Anwendung zu ähnlichen Ergebnissen führen. Diese Beispiele zeigen auf, dass es schon wichtig ist, wer Pollenspender und wer Pollenempfänger ist. Die vererbten Eigenschaften hängen sehr von der Partnerwahl ab. Werden die Partner vertauscht, gibt es ganz andere Ergebnisse. Wenn Herr Mendel zu seiner Zeit schon Hosta gekannt hätte, er hätte von den Bohnen gelassen…

Noch ein Punkt ist bei einem Einkauf von Sorten zu beachten: nicht alle Hostasorten blühen zur gleichen Zeit. Es gibt Frühblüher und Spätblüher, bei letzteren kann es nach der Befruchtung sein, dass die Samenkörner wegen der sich einstellenden sehr kalten Herbsttemperaturen nicht mehr ausreifen können.

Ein Studium der vorhandenen Fachliteratur zur Sortenauswahl ist prinzipiell immer zielführender, wohl nun etwas spät angesetzt. Vielleicht helfen die oben genannten Kriterien, um jetzt im Frühjahr geeignete Sorten zu erwerben und zur Blüte zu bringen. U.a. für diese Verwendung haben wir auf der homepage die Hosta-Hitliste erstellt. Von Zeit zu Zeit nehmen wir neue Sorten auf, die sich nach unserer Erfahrung im Garten gut halten lassen, gleich, ob ausgepflanzt oder im Kübel.

          Es ist nie zu spät, sich der Zucht neuer Hostasorten zu widmen.

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